Ex-Finanzminister Griechenlands fordert Milliarden-Hilfe für sein Land. „Ich denke an eine Sofortmaßnahme von 17 Milliarden Euro."
Nicos Christodoulakis war in der Zeit des Euro-Beitritts von 2001 bis 2004 griechischer Finanzminister. Zuvor trug er als stellvertretender Finanzminister Verantwortung für Ausgaben und öffentliche Verschuldung. Der heute 61-Jährige hat an der Universität Cambridge promoviert und arbeitet jetzt als Wirtschaftsprofessor in Athen.
„Man kann Griechenland nicht ohne Wachstum stabilisieren. Die Zahl d! er Arbeitslosen muss sinken. Das muss Priorität Nummer eins sein. Wir dürfen uns nicht nur auf Steuererhöhungen und Einsparungen konzentrieren“, sagte Christodoulakis. „Wir brauchen jetzt einen Schub und können nicht weitere fünf Jahre warten.“
Das Sparprogramm der Troika sei politisch und gesellschaftlich nicht durchsetzbar. Die Auflagen müssten gelockert und die Rückzahlung von Krediten verlängert werden. „Sonst wird es noch mehr Gewalt auf den Straßen geben“, warnte Christodoulakis.
Der ehemalige Minister setzt auf einen europapolitischen Kurswechsel von Bundeskanzlerin Merkel. Diese sei in ihrer dritten und vielleicht letzten Amtszeit. „Ich hoffe, dass sie sich ändern wird. Sie möchte doch nicht als Bestraferin in ganz Europa in die Geschichte eingehen, sondern als Retterin.“ Gemessen an der historischen Bedeutung sei der Preis für das europäische Investitionsprogramm ein „Schnäppchen“.



