Mysteriöser Mittelalterfund in Bingerbrück. Eine Ortsbegehung ergab, dass es sich um seltene, gut erhaltene mittelalterliche Gefäße sowie Schalen und Ofenkacheln der Renaissance handelt, die ein Unbekannter, der seither verschwunden ist, dort eingelagert hatte.
Ein Leser der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Freitagsausgabe) hat die Redaktion auf einen mysteriösen Fund aufmerksam gemacht: Er hatte in der Ruine eines Lagerhauses in Bingerbrück zweiundzwanzig Bananenkisten mit merkwürdigen Artefakten gefunden. Eine Ortsbegehung ergab, dass es sich um seltene, gut erhaltene mittelalterliche Gefäße sowie Schalen und Ofenkacheln der Renaissance handelt, die ein Unbekannter, der seither verschwunden ist, dort eingelagert hatte. In der Ruine fanden sich auch zwei Totenschädel sowie Knochenreste, die in Plastiktüten bei den kunsthistorischen Schätzen lagern, schreibt die F.A.Z.
Erste Spuren führen ins Landesmuseum Mainz: An vielen Objekten befinden sich Notizzettel, auf denen Daten sowie Grundstücke der Mainzer Altstadt als Fundorte vermerkt sind. Einige Objekte tragen Inventarnummern. Das deutet darauf hin, dass sie Funde einer Altstadtgrabung der achtziger Jahre sind, die im Mainzer Landesmuseum verwahrt werden. Die Leitung des Museums zeigte sich auf Anfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung überrascht. Bisher, sagte die Direktorin Andrea Stockhammer, seien keine Fehlbestände bekannt. Dass der etwaige Kunstraub noch weitere Kreise berühren könnte, lassen lückenhafte Vertragspapiere vermuten, die ebenfalls in dem Lagerraum gefunden wurden. Sie enthalten Angebote an das internationale Auktionshaus Sotheby’s.



