Der "Deutsche Presserat" - ein Zusammenschluss von Verlegern des Mainstream - plant den Großangriff auf die Internet-Freiheit. In einem Forum soll anonymes Kommentieren demnächst verboten werden. Veröffentlichte Meinungen sollen wie "Leserbriefe" behandelt werden. - Drohen Verhältnisse wie in China?
Von Michael Mross
Nur wenige Internetportale erlauben, was bei MMNews möglich ist: freies Kommentieren. Weder Anmeldungen noch sonst irgendwelche Identifizierungen sind notwendig, um seine Meinung kundzutun.
Diese Freiheit ist ein ungeheueres Experiment. Wir sind uns bewußt, dass diese Freiheit auch ausgenutzt wird. Der Kommentarbereich von MMnews ist Gegenstand von professionellen Angreifern, welche durch sinnlosen Spam diese Freiheit torpedieren und den Ruf von MMnews unterminieren wollen. Wir sind aber der Meinung: Wer Freiheit predigt, der muss sie auch aushalten.
Das unterscheidet MMnews von den meisten anderen alternativen Portalen, welche zwar die Freiheit predigen, aber wo kein Kommentar ungefiltert das Licht der Öffentlichtkeit erblickt - mal ganz abgesehen vom Mainstream, wo zudem nur noch politisch Korrektes durchgelassen wird.
Wir sind der Meinung, dass man sich die Welt nicht schön löschen kann. Wir sind der Meinung, dass man sich auch mit extremen Positionen auseinandersetzen muss und diese nicht verschweigen darf.
Die Kommentare bei MMnews spiegeln nicht die Meinung des Betreibers wider. Sie sind Ausdruck einer allgemeinen Stimmungslage, die, wenn man sie zuließe, so auch woanders sichtbar würde.
Diese Stimmungslage mag empörend, überraschend, vielleicht auch für manche abstoßend sein. Aber sie ist aber nun mal Realität. Und mit dieser Realität gilt es sich auseinanderzusetzen.
Doch das könnte bald Vergangenheit sein.
Ausgerechnet der "Deutsche Presserat" (Zusammenschluss von Verlegern und Gewerkschaften) will nun die Freiheit in Internet-Foren beschneiden. Vordergründig geht es um "Beleidigungen und Schmähungen", welche verhindert werden sollen. Im Klartext heißt das: deftige Politikerschelte wird nicht mehr zugelassen.
Aber es geht um noch mehr: Der "Presserat" will Kommentare nur noch analog zu "Leserbriefen" zulassen. Das bedeutet: der Kommentator muss eindeutig identifizierbar sein. Ein Leserbrief impliziert bekanntlich, dass der Absender bekannt und eindeutig identifiziert ist.
Dies ist ein ungeheurer Angriff auf die Freiheit des Internets. Und es geht dabei nicht nur um MMnews, sondern um die zahlreichen anderen Foren zu den unterschiedlichsten Themen. Es bedeutet, dass niemand mehr sich anonym zu irgendwelchen Artikeln oder Vorkommnissen äußern kann. Es bedeutet, dass in Deutschland Verhältnisse finsterster Diktatur einziehen, nur noch vergleichbar mit China.
Es bedeutet die volle Kontrolle über das, was jemand sagt und das was jemand veröffentlicht.
Und es bedeutet, dass wir uns langsam vom Standort Deutschland verabschieden müssen. Das gilt nicht nur für MMnews. Auch anonyme Anmeldungen und Äußerungen bei "sozialen Netzwerken" wie Twitter oder Facebook dürften unter die neuen Zensurbestimmungen fallen.
Es ist nur noch ein kleiner Schritt, dass beispielsweise Kritik an Euro und EU demnächst als "Schmähung" oder "Beleidigung" eingestuft wird. In Frankreich stand übrigens einst die Guillotine für das “Sprechen” gegen die Staatswährung.
Es ist völlig unbegreiflich, wie ausgerechnet der "Deutsche Presserat" eine solche Regulierung in die Wege leiten will. Anderseits ist es nur eine normale Entwicklung in einer Gesellschaft, die von einer Politik-Kaste regiert wird, welche nicht nur die GEZwangsmedien kontrolliert, sondern nun auch noch das Internet in den Griff kriegen will.
Wo kämen wir hin, wenn im Internet anonyme User ungestraft die EU-Junta schmähen? Wo kämen wir hin, wenn zwar die Presse schön gleichgeschaltet ist, aber im Internet immer noch jeder sagen kann, was er will?
Die Aktion des "Deutschen Presserates" spiegelt das Bemühen der Eliten wider, die Freiheit des Internets zu zerstören. Wie sagte noch ein US-Sicherheitsberater kürzlich in Bezug auf Snowden&Co: Die Bedrohung durch ein freies Internet ist größer als die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus.



