Sarrazin liefert wieder Stoff: "Männer haben mehr Abweichungen vom Durchschnitt als Frauen. Deutlich mehr Männer haben einen IQ von über 130." - "Der Begriff Homo-Ehe ist eine Verfälschung. Die Ehe ist der formale Bund für die sexuelle Lebensgemeinschaft von Mann und Frau."
Nach Ansicht des Bestseller-Autors und früheren Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin bestehen zwischen der Intelligenz von Männern und der von Frauen erhebliche Unterschiede, die er für angeboren hält. Sarrazin sagte BILD am SONNTAG: "Deutlich mehr Männer haben einen IQ von über 130."
Sarrazin räumte aber ein: "Auch bei den weniger Intelligenten, also denen mit einem IQ von unter 70, gibt es mehr Männer. Uns wird dagegen immer die Gleichheit von Männern und Frauen gepredigt, Unterschiede werden ausgeblendet."
Belegt seien die Unterschiede durch "die Ergebnisse von diversen Intelligenztests". Sarrzain: "Dabei zeigt sich regelmäßig, dass die Ergebnisse für Männer weiter streuen. Im Vergleich zu den Frauen gibt es mehr Männer mit sehr niedriger, aber auch mehr Männer mit sehr hoher Intelligenz." Und weiter: "Diese Unterschiede sind so stabil, dass sie wohl größtenteils angeboren sind. Auch andere Unterschiede sind ja angeboren: etwa die größere Körperkraft der Männer oder ihre stärkere Neigung zur Gewalt."
Sarrazin warnte in dem Interview auch, Probleme bei der Einwanderung von Sinti und Roma zu leugnen. Er sagte BILD am SONNTAG: "Die Einwanderung aus Bulgarien und Rumänien stellt grundsätzlich keine anderen Probleme dar als etwa die aus Litauen und Polen. Es gibt aber ein Sonderthema, und das heißt: Roma. Das wird aber nicht klar benannt und gehört zu den größten Tabus."
Die Mehrheit der Deutschen sieht das anders: Die Frage, ob Sinti und Roma aus Bulgarien und Rumänien deutlich größere Probleme in Deutschland verursachen als andere EU-Einwanderer, beantworten bei einer Emnid-Umfrage für BILD am SONNTAG 49 Prozent mit Nein. 35 Prozent stimmen der These zu.
Den Verzicht auf den Ausdruck „Zigeuner“ respektiert Sarrazin, hält ihn aber nicht für sinnvoll: "Jede Gruppe soll sich ihren Namen selbst wählen, und diese Wahl ist zu respektieren. Aber eine Namensänderung allein hilft nichts. Ob man statt „Zigeuner“ „Sinti und Roma“, „Wirtschaftsflüchtlinge“ oder „Armutstouristen“ sagt – man muss die Probleme an der Wurzel packen, die zu weitverbreiteten Vorbehalten führen, und nicht die Probleme durch Namensgebung verkleistern."
Sarrazin zur Homo-Ehe: "Der Begriff Homo-Ehe ist eine Verfälschung. Die Ehe ist der formale Bund für die sexuelle Lebensgemeinschaft von Mann und Frau. Nur aus dieser können Kinder entspringen."
Sarrazin spricht sich dagegen aus, dass gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften staatlich gefördert werden: "Etwa fünf Prozent der Menschen haben eine gleichgeschlechtliche Neigung, die angeboren ist. Jede Neigung, die andere unversehrt lässt, soll ausgelebt werden dürfen. Jede Form der Diskriminierung von Homosexualität ist daher abzulehnen. Es besteht aber auch kein Anlass, diese Lebensform gesellschaftlich zu überhöhen und zu fördern."
Kritisch sieht er die Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare: "Die empirischen Erkenntnisse gehen aber dahin, dass es für das Gedeihen von Kindern am besten ist, wenn sie in einer stabilen Beziehung ihrer leiblichen Eltern aufwachsen."
Die Mehrheit der Deutschen sieht das völlig anders: Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag von BILD am SONNTAG Glauben 62 Prozent der Deutschem dass Homosexuelle genauso gut geeignet sind, Kinder groß zu ziehen, wie Heterosexuelle. 32 Prozent glauben das nicht. 68 Prozent der Befragten sind dafür, dass in Deutschland gleichgeschlechtliche Partner eine Homo-Ehe eingehen dürfen. Nur 27 Prozent sind dagegen. Für die vollständige rechtliche Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe zwischen Mann und Frau sprechen sich 66 Prozent aus. 30 Prozent lehnen das ab.



