Es wird eng bei Uli Hoeneß. Der Anklage zufolge sind die Vorwürfe gegen den FC-Bayern-Präsidenten deutlich umfassender als bisher bekannt. Neben der Steuerhinterziehung soll er auch zu Unrecht Verluste geltend gemacht haben.
In der bayerischen Landeshauptstadt München hat am Montag der Prozess gegen den Präsidenten des FC Bayern München, Uli Hoeneß, begonnen, der sich wegen seiner Steueraffäre vor Gericht verantworten muss. Dabei dürfte vor der 5. Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht München II insbesondere die Frage im Raum stehen, ob die Selbstanzeige von Hoeneß, die der frühere Manager des deutschen Rekordmeisters Mitte Januar 2013 eingereicht hatte, wirksam ist. Die Staatsanwaltschaft zweifelt an der Wirksamkeit der Selbstanzeige, da sie unvollständig abgegeben worden sei. Die Verteidiger von Hoeneß beharren ihrerseits auf die Wirksamkeit der Selbstanzeige. Mit einem Urteil wird am Donnerstag gerechnet.
Erste Überraschung: Die Vorwürfe gegen den FC-Bayern-Präsidenten sind deutlich umfassender als bisher bekannt. Staatsanwalt Achim von Engel warf Hoeneß zum Prozessauftakt vor, Einkünfte in Höhe von mehr als 33 Millionen Euro beim Finanzamt verschwiegen zu haben. Die Anklage lautet auf Steuerhinterziehung in sieben selbstständigen Fällen.
Thomas Eigenthaler, Vorsitzender der Deutschen Steuergewerkschaft, zeigt sich erschüttert von der Tatsache, dass Uli Hoeneß zu Prozessbeginn durch seinen Anwalt einräumen ließ, weitere 15 Millionen Euro am Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Dem Sender N24 sagte Eigenthaler heute (Montag): „Das sind ja gigantische Zahlen. Und das wirft ein wirklich dunkles Licht auf dieses Selbstanzeige. Also, von einer Vollständigkeit der Selbstanzeige sind wir weit entfernt. Ich sehe mittlerweile eine Gefängnisstrafe am Ende des Tunnels.“
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