Devisen, Gold, Aktien - alles manipuliert? 20 Händler namhafter Großbanken wurden in den vergangen Tagen vom Dienst suspendiert. Vorwurf: sie hätten sich in Chatrooms mit so schillernden Namen wie "Das Kartell" oder "Der Banditenclub" abgesprochen, um Kurse zu manipulieren. Mit dabei: die englische Zentralbank.
Bisher standen die Händler von Großbanken im Fokus der Ermittlungen von Behörden. Weltweit wurden bereits mehr als 20 Händler suspendiert; erst am letzten Donnerstag schickte die Bank of America ihren Chef des Devisen-Spothandels für Europa, den Nahen Osten und Afrika in Zwangsurlaub, wie ein Insider sagte. Einem Zeitungsbericht zufolge suspendierte auch die französische Großbank BNP Paribas einen hochrangigen Devisenhändler. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie sich unter anderem in Chatrooms mit so schillernden Namen wie "Das Kartell" oder "Der Banditenclub" abgesprochen haben sollen, um Wechselkurse in eine von ihnen liebsame Richtung zu treiben.
Seit neuestem stehen auch Zentralbanken im Verdacht, zumindest von den Manipulationen gewusst zu haben - wenn sie nicht gar selbst mitmischten. Im Raum steht, dass die englische Notenbank schon seit Jahren von den Manipulationen gewusst hat und dass Mitarbeiter in die Affäre verwickelt sein könnten. Erhärtet sich dieser Verdacht, würde es das Vertrauen in zuvor nicht gekanntem Ausmaß erschüttern.
Die britische Notenbank hat einen Mitarbeiter nach einer internen Untersuchung freigestellt. Es werde geprüft, ob sich der Angestellte an die "strengen internen Kontrollregeln" gehalten habe, teilte die Bank of England (BoE) mit.
Die nächste Stufe der Betrügereien und Manipulationen könnte der Aktienmarkt sein. In den USA gibt es schon seit langem Gerüchte, dass ein sogenanntes Plunge Protection Team die Kurse in die Richtung treibt, wo man sie hin haben will und Kursstürze über ein Bankenkartell im Auftrag der Fed abgemildert oder eliminiert werden. Oft genug ist der Dow Jones von jähen Abstürzen am Ende wieder in die Nullzone zurück geklettert - meist in den letzten Handelsminuten. Dies werten einige Marktteilnehmer als klaren Eingriff. Beweise dafür gibt es jedoch bis heute nicht.



