Goldpreis steigt trotz verhaltener physischer Nachfrage auf 6-Monatshoch
Von Commerzbank Commodity Research
Gold steigt heute Morgen auf ein 6-Monatshoch von über 1.360 USD je Feinunze. Es wird offensichtlich verstärkt als sicherer Hafen nachgefragt, da es in China zu vermehrten Sorgen über Kreditrisiken im Land kommt und die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine weiter zunehmen. Das Regionalparlament auf der Krim hat die Halbinsel gestern für unabhängig erklärt, am Sonntag steht das Referendum über den Beitritt der Krim zu Russland an
Der Preisanstieg von Gold dürfte aber erneut stark spekulativ getrieben sein und sich daher nicht ungebremst fortsetzen. Die physischen Goldkäufer scheinen sich derzeit zurückzuhalten. Dies zeigen zum einen die seit einigen Wochen schleppenden Münzverkäufe in den USA. Zum anderen handelt Gold in China mit einem leichten Abschlag zu den Weltmarktpreisen.
Der Verband der chinesischen Goldproduzenten hatte Anfang der Woche bereits darauf hingewiesen, dass die inländische Goldnachfrage im ersten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 17% auf 250 Tonnen zurückgehen könnte. Aufs Jahr hochgerechnet wären dies aber immer noch rund 1.000 Tonnen. Im Fahrwasser von Gold wird auch Silber mit nach oben gezogen, das um die Marke von 21 USD je Feinunze herum handelt. Platin und Palladium können dagegen nicht profitieren, obwohl es hier gestern zu deutlichen ETF-Zuflüssen kam – 7,6 Tsd. Unzen im Falle von Platin und sogar 24,3 Tsd. Unzen im Falle von Palladium.



