Wenn der Alltag drückt, die Arbeit nervt oder der Partner stresst, handeln viel Menschen ähnlich: Sie ziehen sich zurück, wollen nur noch ihre Ruhe und legen ihre Lieblingsplatte auf, um ein wenig in Selbstmitleid zu zerfließen.
Den meisten Menschen geht es danach besser, manchmal aber wird durch falsch gewählte Songs alles nur noch schlimmer. Denn Musik verstärkt Stimmungen nicht nur, man kann mit einem Song oder Album auch einen kompletten Stimmungswechsel vollziehen. Das Erstaunliche: Die Beeinflussung unseres Körpers und des Geistes ist nicht nur spür-, sondern auch messbar.
Sex, Drugs and Rock'n'Roll?
Musik hat tatsächlich eine ähnliche Wirkung auf das Gehirn wie Sex oder Drogen. Gefällt uns, was wir hören, setzt unser Körper Dopamin frei. Je besser die Musik, desto größer fällt dieser Schub aus.
-> Dopamin wird übrigens nicht nur beim direkten Hören, sondern bereits bei der Vorfreude auf bestimmte Musikstücke freigesetzt.
Bei schneller, aggressiver Musik setzen Nebenniere und Hypophyse das Stresshormon Adrenalin frei, das unruhig und aktiv macht, während bei ruhigen, sanften Tönen das sogenannte „Noradrenalin“ ausgesendet wird, das die Stresshormone senkt. Der Körper reagiert sogar so stark auf Musik, dass „Betaendorphine“ ausgestoßen werden, die reale Schmerzen verringern können.
Musik mit Köpfchen
Musik wirkt nicht nur unbewusst auf Körper und Geist, sondern auch ganz direkt. Sie verbessert nicht nur Hirnleistung und Gehör, sondern bildet – vor allem beim Selbstmusizieren – auch neue Nervenschaltungen aus. Diese sorgen dafür, dass musikalische Menschen auch im Alter geistig fitter bleiben. Beschäftigt man sich früh mit Musik, kann dies wie ein Jungbrunnen für spätere Jahre sein. Je früher damit begonnen wird, zum Beispiel durch Musikunterricht an der Music Academy, desto mehr lässt sich im späteren Leben davon profitieren.
„ … die Hauptsache in der Musik ist das Tempo“ – Wolfgang Amadeus Mozart
Spezialisten haben es bisher nicht geschafft, den EINEN Song gegen Depressionen, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck zu finden: Musikgeschmäcker sind nun mal ebenso verschieden wie die Wirkung der Klänge auf den einzelnen Menschen. Was aber von vielen Menschen ähnlich empfunden wird, ist das Tempo. Bei Liedern mit einer Frequenz um die 72 Schläge pro Minute läuft im Körper alles im Normalbereich, bei erhöhtem Beat wirkt die Musik aufputschend. Klassische Musik, die unter der 72-Schläge-Frequenz liegt, wirkt im Umkehrschluss beruhigend. Muskeln entspannen und entkrampfen sich, der Stresspegel wird gesenkt. Wie sich die Wirkung der Musikstücke von Mozart, Metallica oder Jürgen Drews unterscheidet, können Sie hier genauer nachlesen.



