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Krim, Krise, Crash? - Oder letzte Chance?

Entspannung im Russland/Ukraine-Konflikt? Kerry und  Lawrow im konstruktivem Dialog? Kriegstreiber auf beiden Seiten. Klitschko will kein Präsident werden. “Schokoladenbaron“ Poroschenko tritt als Präsidentschaftskandidat in der Ukraine an. - Unklare Signale der FED.

 

von Andreas Männicke

Die Krim-Krise dominierte die letzten beiden Wochen das Geschehen an den Weltbörsen. Während in den ersten beiden Märzwochen noch der Konfrontationskurs im Vordergrund stand und eine Eskalation in der Ost-Ukraine befürchtet wurde, scheint sich nun erstmals die Situation zu entspannen. Zuvor drohte einen „kalter Krieg“ zwischen Russland gegen (fast) den Rest der Welt auszubrechen, indem die EU und die USA mit Wirtschaftssanktionen drohten, wenn Russland die territoriale Integrität der Ukraine wie im Fall der Krim noch einmal missachtet.

Janukovic erwies sich hingegen als Kriegstreiber, indem er von Rostov aus die östlichen Regionen aufforderte, ein Referendum wie in der Krim zu machen und sich damit Russland anzuschließen. Kriegstreiber sind aber auch bei der Swoboda-Partei zu finden, wobei einige Mitglieder sogar den Atom-Sperrvertrag aufkündigen wollen, um dann in 6 Monaten auch Russland mit der Atombombe zu drohen.

Putin rief am Freitag Obama in Dubai am Telefon an und machte seinerseits erste Vorschläge, wie man die Situation entspannen könnte. Obama fordert den Abzug der Truppen an der ukrainischen Grenze. Putin scheint nun bereit zu sein, nicht in der Ukraine militärisch einzugreifen, wenn die Ukraine sich bereit erklärt, nicht in die NATO einzutreten. Die Ukraine soll eine Föderation werden, bei der auch die Interessen der russischsprachigen Bevölkerung in der Ost-Ukraine hinreichend Berücksichtigung finden. Zudem will Putin, dass sich die westlichen Regierungen auch von der Swoboda-Partei distanzieren, vor der die Russen in der Ost-Ukraine Angst haben, wie ich meine, zu Recht. Putin ist auch besorgt um die abtrünnige Region Transnistrien an der Grenze der Ukraine, die sich von der Republik Moldau losgesagt hat und politisch sowie wirtschaftlich von Russland unterstützt wird.

Möglicherweise gelingt bei den Gesprächen zwischen Kerry und Lawrow in Paris der Durchbruch für eine friedliche und  diplomatische Lösung des Ukraine/Russlands-Konflikts und damit wäre der Weltgemeinschaft und den Weltbörsen am meisten geholfen. Freilich rücken dann andere Themen wieder in den Vordergrund wie die zukünftige FED-Politik mit der Konsequenz steigender Zinsen ab Frühjahr 2015, wie das die FED-Chefin Janet Yellen unlängst ankündigte. Zunächst dürften aber positiv verlaufende Gespräche in Paris die Weltbörsen beflügeln. Dabei hat die Moskauer Börse, die zuvor bei den Anlegern nicht nur wegen der Krim-Krise in Ungnade fiel, besonders hohe Rebound-Chancen. Schon seit dem 18. März, also der Annexion der Krim durch Russland stiegen die Kurse an der Moskauer Börse um fast 10%, weil Putin in seiner Rede äußerte, dass er keine Ambitionen habe, in die Ukraine einzumarschieren. Zuvor gab der RTS-Index aber von 1200 auf fast 1000 Indexpunkten nach, so dass die Moskauer Börse seit Jahresbeginn mit einem Minus von fast 20% einer der Top-Verlierer der Weltbörsen war.

Der Brentölpreis konnte sich letzte Woche leicht von 106,6 auf 108 USD/Barrel und  der WTI-Ölpreis von 99,5 auf 101,62 US/Barrel erholen. Nicht nur deswegen stieg der RTS-Index der Moskauer Börse in der letzten Woche um fast 5% von 1130 auf 1186 Indexpunkte. Bei über 1210 Indexpunkten entsteht ein Kaufsignal.  Der Euro gab zum Rubel leicht von 50 auf 49,2 EUR/RUB nach, so dass neben den Kurs- auch noch leichte Währungsgewinne bei Anlagen in Russland für deutsche Anleger  hinzukamen. Dies war zuvor genau umgekehrt bis zum 18. März, als die Krim russisch wurde. Die Krim-Krise scheint damit börsentechnisch abgehakt zu sein. Ob es zu einem fortgesetzten Pull back der Moskauer Börse kommt, wird wiederum auch von dem Gesprächsverlauf zwischen Kerry und Lawrow in Paris abhängen. Gute Signale von Paris werden auch die Weltbörsen beflügeln.


Mein Motto bleibt daher: „Go east - In der Krim-Krise liegt die Chance!“. Trotz der Währungsturbulenzen und politischen Unruhen tun sich für den anti-zyklisch orientierten und risikogeneigten Anleger jetzt neue Chancen im unterbewerteten Osteuropa-Universum auf, denn die preiswertesten Aktienmärkte der Welt kommen aus Osteuropa.

www.eaststock.de

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