Industrie- und Handelskammern sehen Warnsignal für den Standort Deutschland. In einer DIHK-Umfrage geben inzwischen 12 Prozent der Betriebe an, mit ihrem Auslandsengagement ihren Energie- und Rohstoffbezug verbessern zu wollen.
Zum ersten Mal seit elf Jahren spielt für die deutsche Industrie das Kostenargument bei Investitionen im Ausland wieder eine stärkere Rolle. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) unter 2500 Unternehmen hervor, die der Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z./
Nun sind es wieder 21 Prozent – ein zwar geringer Ausschlag, aber dennoch eine Trendwende. Hinzu kommt: Betriebe, die aus Kostengründen im Ausland investieren, sind gleichzeitig zurückhaltend, was neue Arbeitsplätze im Inland angeht. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sprach von einem „Warnsignal für den Standort Deutschland“. Der Anstieg bei Löhnen und Strompreisen beginne, auf die Unternehmen durchzuschlagen. In der DIHK-Umfrage geben inzwischen 12 Prozent der Betriebe an, mit ihrem Auslandsengagement ihren Energie- und Rohstoffbezug verbessern zu wollen; zuvor waren es nur 9 Prozent gewesen. Für Deutschland bedeutsam ist noch eine weitere Entwicklung: der Aufschwung der Nachbarstaaten. „Viele europäische Standorte haben zuletzt ihre Wettbewerbsfähigkeit durch zum Teil schmerzhafte Reformen merklich verbessert“, sagte Wansleben. Pikant ist das aus deutscher Sicht, weil die Bundesregierung etwa bei der Rente gerade dabei ist, frühere Reformen zu entschärfen.



