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Skandal: Tamiflu wirkungslos

Es bahnt sich einer der größten Medikamenten-Skandale der Welt an: Das Grippemittel Tamiflu soll angeblich wirkungslos sein. Das haben neueste Studien bewiesen. Ein Kamillentee wirkt offenbar besser als das teure Grippemittel vom Pharmakonzern Roche.

 

Die Wirkung des Grippemittels Tamiflu ist offenbar fraglich. Dafür riskieren Patienten jedoch Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Erbrechen. Zu diesem Schluss kommt die Cochrane Collaboration in ihrer Analyse medizinischer Studien im "British Medical Journal" ("BMJ"). Hinweise darauf, dass das Mittel Komplikationen und Krankenhauseinlieferungen verhindert, fanden die Forscher nicht.

Damit bahnt sich eine der größten Medikamentenskandale der Welt an. Mit viel Marketing und Werbung wurde Tamilflu als einziges mögliches Mittel gegen Grippe global vertrieben. Sogar bei Schweinegrippe wurde die wirkungslose Droge eingesetzt. Staaten legten Vorräte im Wert von Milliarden Euro an, um gegen Grippe-Wellen gewappnet zu sein. Alles nur Betrug?

Roche sieht die Wirksamkeit von Tamiflu hingegen hinreichend belegt. "Die Entscheidungen von weltweit 100 Zulassungsbehörden sowie die in der Anwendungspraxis gewonnenen Daten (Real-World-Evidenz) belegen, dass Tamiflu ein wirksames Arzneimittel zur Behandlung und Prävention der Influenza-Infektion ist", hieß es vom Pharmakonzern.

Auch in der Schweiz sorgen die neue Forschungsergebnisse dagegen für Aufsehen. Tamiflu wirke nicht mehr als ein Kamillentee, kritisieren Politiker. Nun müsse die Arzneimittelbehörde Swissmedic die Zulassung des Grippemittels überprüfen.

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