Jubel-Meldung gestern im Mainstream: „Historischer Tag: Griechenland begibt nach vier Jahren wieder erfolgreich eine Anleihe“ (Volumen 3 Mrd EUR zu knapp 5% Zins)
Von Peter Boehringer
Übersetzung: D-EU-tschland (nicht etwa Griechenland!) hat eine Anleihe begeben. Und auf diesen (per EZB, ESM usw.) t-EU-tonisch vollbesicherten Schein mit der achtfachen (!) Rendite deutscher vergleichbarer Bonds (ca. 0,6%) wurde ein kleiner Aufkleber mit der griechischen Flagge draufgeklebt. Ein Re-Branding deutscher Qualitäts-Ware sozusagen.
Dass Profi-Investoren bei einer Renditeaufschlag von sagenhaften 430 BPs (oder eben der achtfachen Rendite) bei gleichzeitig minimalem (d-EU-tschen) Ausfallrisiko „vor Freude Luftsprünge machen“ [Lucke, s.u.], ist eine Naturgesetzlichkeit der Märkte. Dumm nur, dass die freien Märkte nur im kranken vollpolitisierten Rahmen „moderner“ EU-Finanz-Politik logisch reagieren: Risiken werden sozialisiert, Renditen privatisiert. Sozialismus à la carte im Staatsanleihenmarkt. Es ist dasselbe Sch…spiel wie nun permanent seit 2008 [siehe „Armageddon Verschoben!“ www.goldseiten.de/
Neben den BILD-BLÖD-Michels missversteht auch der oberste Griechen-Muckel Samaras komplett was vor sich geht, wenn er gestern ernsthaft blubbert, „der objektivste alle Richter, die Märkte“ habe nun „positiv über Griechenland gerichtet“. Nein – die Märkte haben lediglich über das noch immer minimale Ausfallrisiko Deutschlands gerichtet. In einigen Jahren werden sie es wieder tun. Und dann wird auch das d-EU-tsche Ausfallrisiko beim in Griechenland bereits zweimal (2010 und 2012) erreichten Niveau liegen – also bei über 50%! Die wahrhaft marktgerechten Zinssätze Griechenlands lagen schon im April 2010 – und nochmals 2012 vor Draghis Blankoscheck („Believe me it will be enough!)“ ebendort auf Insolvenzniveau. Da wo sie in einer nicht vollpolitisierten Planökonomie eben auch heute lägen!
Leider war damals in den entscheidenden historischen Monaten bis Mai 2010 [unten *) einige Auszüge meiner damaligen Doku – bis heute kam alles sogar NOCH schlimmer als damals prognostiziert] von Lucke noch wenig Kritik zu hören – und selbst heute ist Lucke trotz der unten zitierten vollkommen RICHTIGEN Worte viel zu inkonsequent in seinen Forderungen: „Raus aus der EU!“, „Raus aus dem EURo!“ statt „Mut zu D-EU-tschland“ wäre der einzig richtige Slogan seit vielen Jahren – besonders für eine „Alternative für Deutschland“! Genau dies dann (wie bei Lucke erwartbar) ca. 2020 zu fordern, macht dann keinen Sinn mehr. Wie viele Belege für die Schädlichkeit der EU für D-EU-tschland wollen wir noch abwarten? Wie viele „Versailles“ www.goldseitenblog.com/
AfD: "Hedgefonds und Banken können griechische Anleihen als Rundum-Sorglos-Paket erwerben. Weil sie dabei sogar noch 5% Zinsen kriegen, machen sie vor Freude Luftsprünge"
Am Donnerstag werden zum ersten Mal seit vier Jahren wieder griechische Staatsanleihen auf dem Kapitalmarkt gehandelt. Passenderweise ist Bundeskanzlerin Merkel am Freitag in Athen, um diesen vermeintlichen Fortschritt auf dem Weg aus der griechischen Schuldenkrise zu begrüßen. … "Das ist kein Fortschritt. Das zeigt nur, dass internationale Finanzanleger künftige Risiken erfolgreich auf die Steuerzahler der Eurozone abwälzen konnten," so Bernd Lucke, der Sprecher der Alternative für Deutschland. Denn jetzt stünden ja ESM und EZB [bzw. D-EU-tschland, Anm PB] für die griechischen Staatsschulden gerade.
Die Verluste von ESM und EZB aber trage der Steuerzahler. Deshalb könnten die Finanzanleger nahezu unbesorgt sein, obwohl die Fundamentaldaten alarmierend seien: Die griechische Schuldenquote sei heute viel höher als 2010 [heute unfassbare 170% des BIP!!! Anm PB] und das griechische BIP sei um 25% gesunken. "Hedgefonds und Banken können griechische Anleihen als Rundum-Sorglos-Paket erwerben. Weil sie dabei sogar noch 5% Zinsen kriegen, machen sie vor Freude Luftsprünge", so Lucke.
Auch diese Zinsen zahle der Steuerzahler, während seine eigenen, risikobehafteten Kredite an Griechenland nur mit knapp über 1% verzinst würden. "Der Gang Griechenlands an den Kapitalmarkt ist ein Potemkinsches Dorf, dessen Kulissen eine große Umverteilung von den Steuerzahlern zu den [großen, „gleicheren“, Anm PB] Finanzanlegern verdeckt", resümierte Lucke.
*) PB-Blogs (Auswahl 1H2010) zu Griechenland, D-EU-tschland und der EU – vor, während und nach dem historischen Dauerbailout seit Mai 2010
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