Ukraine-Krise gibt Goldpreis Auftrieb. Ein Teil des Anstiegs könnte auf die spekulativen Finanzinvestoren zurückzuführen sein, nachdem diese in der Woche zum 8. April ihre Netto-Long-Positionen die dritte Woche in Folge reduziert hatten.
Von Commerzbank Commodity Research
Der Goldpreis steigt wegen der Zuspitzung der Lage in der Ukraine und der anhaltenden Korrektur an den Aktienmärkten heute Morgen auf ein 3-Wochenhoch von 1.330 USD je Feinunze. Ein Teil des Anstiegs könnte auf die spekulativen Finanzinvestoren zurückzuführen sein, nachdem diese in der Woche zum 8. April ihre Netto-Long-Positionen die dritte Woche in Folge reduziert hatten.
Mit 81,5 Tsd. Kontrakten lagen die Netto-Long-Positionen auf dem tiefsten Stand seit sieben Wochen. Auch könnten China und Indien zum Preisanstieg beigetragen haben. In den letzten Tagen wurde gemutmaßt, dass Indien bereits im März wieder deutlich mehr Gold importiert hat. Preise unterhalb von 1.300 USD wurden offensichtlich als attraktive Kaufgelegenheiten erachtet. Die physische Nachfrage scheint somit stärker zu sein als bislang vermutet. Der abermalige Abfluss aus den Gold-ETFs von 2,6 Tonnen am Freitag fiel dagegen nicht ins Gewicht.
Palladium ist mittlerweile auf den höchsten Stand seit August 2011 gestiegen. Neben einer robusten Autonachfrage und den Ängsten vor Wirtschaftssanktionen gegen Russland, die womöglich auch die Palladiumlieferungen einschränken könnten, hat vor allem die Situation in Südafrika Auftrieb gegeben. Denn während die Minenproduktion dort streikbedingt seit über 11 Wochen stillgelegt ist, kaufen die Investoren den physischen Markt „leer“. Die zwei neuen physisch gedeckten Palladium-ETFs haben in knapp zwei Wochen über 280 Tsd. Unzen bzw. 12% der Jahresminenproduktion Südafrikas aufgekauft. Wir gehen davon aus, dass diese Faktoren weiter für Unterstützung und steigende Preise sorgen werden.



