Zalando geht juristisch gegen RTL-Journalistin vor. Als die Tarnung der Reporterin am 28. März aufflog, sei es zu einem Polizeieinsatz gekommen. Der Vorwurf: Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen.
„Diese Anzeige halten wir aufrecht. Wir müssen verhindern, dass unsere Prozesse und Systeme, die wir zum Teil auch selbst entwickelt haben, irgendwo auf Film verfügbar sind“, verteidigt Zalando-Sprecher Boris Radke das Vorgehen.
Im Gegenzug habe auch die Reporterin gemeinsam mit Verdi eine so genannte Kündigungsschutzklage gegen das Unternehmen eingereicht. Am gestrigen Donnerstag habe es ein erstes Treffen der Gewerkschaft Verdi mit Zalando in dieser Angelegenheit gegeben, heißt es aus dem Unternehmen.
Die juristische Auseinandersetzung mit der Journalistin wird von Zalando auch als Begründung genannt, warum man auf eine dreiseitige Fax-Anfrage der Reporterin vom 7. April nicht reagierte. „Da wir uns zum aktuellen Zeitpunkt in einer arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung mit Frau Lobig befinden, haben wir uns entschieden, ihre Fragen nicht zu beantworten“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme von Zalando.
Nach den Recherchen der Reporterin für die Sendung „Extra“ soll Zalando seine Angestellten massiv unter Druck gesetzt und so gegen das Arbeitsrecht verstoßen haben.
Der Textilhändler kritisiert die Recherchepraxis des Senders. Bis zur Ausstrahlung des Berichts habe keine offizielle Anfrage der RTL Extra Redaktion vorgelegen. Bis zur Ausstrahlung des Berichts habe das Unternehmen daher nicht gewusst, dass es sich bei Frau Lobig um eine Reporterin im Auftrag von RTL gehandelt habe. Bei RTL heißt es dagegen, Zalando habe sich zu den Vorwürfen und Ereignissen trotz Nachfrage nicht geäußert.



