Goldpreis fällt bei überdurchschnittlich hohem Handelsvolumen. Auslöser des Preisrutsches waren hohe Verkäufe kurz nach Eröffnung des New Yorker Futures-Handels an der COMEX. Insgesamt wurden gestern an der COMEX gut 199 Tsd. Kontrakte "Papier"-Gold à 100 Feinunzen gehandelt (entspricht rund 619 Tonnen).
Von Commerzbank Commodity Research
Der Goldpreis ist gestern stark unter Druck geraten und zwischenzeitlich deutlich unter die Marke von 1.300 USD je Feinunze gerutscht. Dabei durchbrach der Preis auch die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie, was zu technischen Anschlussverkäufen führte. Erst die etwas höher ausgefallene US-Inflationsrate für März hat den Preisverfall gestoppt. Am Handelsschluss stand ein Minus von 1,9% zu Buche.
Auslöser des Preisrutsches waren hohe Verkäufe kurz nach Eröffnung des New Yorker Futures-Handels an der COMEX. Insgesamt wurden gestern an der COMEX gut 199 Tsd. Kontrakte "Papier"-Gold à 100 Feinunzen gehandelt (entspricht rund 619 Tonnen), 20% mehr als bislang im Durchschnitt seit Jahresbeginn.
Generell überwogen gestern offenbar preisbelastende Nachrichten die weiter eskalierende Lage in der Ukraine. Der World Gold Council (WGC) berichtete unter Berufung auf Industriekreise, dass Ende letzten Jahres bis zu 1.000 Tonnen Gold in China in Finanztransaktionen gebunden gewesen sein könnten.
Die Regierung geht aber derzeit gegen den lokalen Schattenbankensektor vor, so dass es zur Auflösung dieser Finanzierungsgeschäfte kommen könnte. Das dadurch dem Markt zugeführte Angebot würde den Importbedarf deutlich verringern und würde den Preis wohl belasten. Denn das hohe Wachstum der Schmuck- und Investmentnachfrage im letzten Jahr dürfte sich laut Einschätzung des WGC in diesem Jahr nicht wiederholen. Mittel- bis langfristig soll die chinesische Goldnachfrage aber weiter merklich anziehen.



