Ein internes Konto bei der Commerzbank beunruhigte angeblich jahrelang die Mitarbeiter. Zwischendurch sollen auf dem berüchtigten Konto 70 Mrd. Miese aufgelaufen sein, ohne dass auf Anhieb klar war, wohin das Geld geflossen ist.
Konkret geht es um ein internes Verrechnungskonto der Commerzbank, über das die Bank Geschäfte seiner Investmentsparte abwickelt und das Mitarbeiter eines Kontrollteams der Bank über Monate beunruhigte.
Nach zahlreichen Unterlagen, E-Mails und Kontoauszügen, die der Zeitschrift "Capital (05/2014)" vorliegen, monierten für die Überwachung interner Konten zuständige Mitarbeiter der Bank ab Sommer 2011 über Monate hinweg die Vorgänge auf dem Konto und befürchteten ein „erhebliches Risikopotenzial“. Zeitweilig betrug das Minus auf dem Konto mehr als 70 Mrd. Mrd. Euro, ohne dass für die Kontrolleure entsprechende Gegenwerte ersichtlich waren. Von ihren Vorgesetzten erhielten die Mitarbeiter auf Nachfrage jedoch keine befriedigenden Erklärungen. Der Streit eskalierte und erreichte im Herbst 2012 den Vorstand der Bank, der daraufhin eine Sonderprüfung des Kontos veranlasste.
Erklärung der Bank: Über das Konto laufen Geschäfte mit Wertpapieren und Finanzinstrumenten der Investmentsparte, wo auch die Gegenwerte zu dem gewaltigen Minus verbucht würden. Diese seien jedoch für die Mitarbeiter nicht sichtbar gewesen.
Die Vorgänge bei der Commerzbank sind insbesondere deshalb sehr heikel, weil das zweitgrösste deutsche Finanzinstitut in der Wirtschaftskrise 2008/09 vom Steuerzahler mit mehr als 18 Milliarden Euro gestützt wurde. Deshalb ruft der Konflikt auch die Politik auf den Plan: "Ein mit Steuergeld gerettetes Institut muss darauf achten, dass seine internen Kontrollmechanismen in der Öffentlichkeit über jeden Zweifel erhaben sind", sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Gerhard Schick, dem Magazin.



