Während der Goldpreis die ganze Woche über in einer Spanne von 20 USD zumeist knapp unter der Marke von 1.300 USD je Feinunze handelte, spielt die Musik an den Edelmetallmärkten derzeit bei Platin und Palladium.
Von Commerzbank Commodity Research
Platin stieg gestern erstmals seit September 2013 fast bis auf 1.500 USD je Feinunze. Palladium verteuerte sich auf 840 USD je Feinunze und ist damit so teuer wie zuletzt im August 2011. Nach wie vor sind es vor allem die Angebotsrisiken, welche die Preise für Platin und Palladium steigen lassen.
Der Chef des südafrikanischen Platinproduzenten Impala Platinum schockte den Markt gestern mit der Aussage, der Streik in der südafrikanischen Platinminenindustrie könnte noch sehr viel länger andauern, da die Produzenten und die Gewerkschaft mit ihren Vorstellungen weit auseinander liegen würden. Das Unternehmen hatte bereits Anfang Mai im Falle eines andauernden Streiks vor Lieferausfällen gewarnt.
Mitte der Woche hatte Johnson Matthey für dieses Jahr auch aufgrund der streikbedingten Angebotsausfälle bei Platin ein beträchtliches Angebotsdefizit von 1,2 Mio. Unzen prognostiziert. Noch dramatischer sieht die Lage bei Palladium aus, wo Johnson Matthey ein Defizit von 1,6 Mio.
Unzen erwartet. Neben Angebotsausfällen in Südafrika und Russland trägt eine robuste Investmentnachfrage dazu bei. In den letzten beiden Handelstagen flossen 19 Tsd. Unzen in die Palladium-ETFs. Seit Quartalsbeginn belaufen sich die Zuflüsse auf 670 Tsd. Unzen. Die ETF-Bestände liegen mittlerweile bei knapp 2,8 Mio. Unzen und übertreffen damit die Jahresproduktion des weltgrößten Produzentenlandes Russland.



