Die Österreichische Nationalbank (ÖNB) lässt unter dubiosen Umständen ihre Goldpositionen im Ausland prüfen. Die Art und die nicht nachvollziehbare Weise dieses "Checks" wirft mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt. Deshalb werden nun Rufe nach einem Rücktritt des ÖNB-Präsidenten laut.
Von Peter Boehringer
Es hat nicht lange gedauert - schon gibt es "Antworten" auf die unten gestellte Frage nach der Form des Audits des Österr. Nationalgolds: Wenn man nach den Infos aus der heutigen PK der ÖNB gehen will, hat das gestern erst angekündigte "Audit" des Österr. Rechnungshofs bei der Bank of England nun angeblich schon vorige Woche stattgefunden (...). Beweise oder Details gibt es wie immer -und wie von uns bereits mit 99%iger Sicherheit vermutet - KEINE. Es gibt nun lediglich eine Verlautbarung zu einem Besuch von wie immer namenlosen Experten der ÖNB und von "Vertretern" des Rechnungshofs bei der BoE:
"Vergangene Woche haben Experten der Notenbank und Vertreter des Rechnungshofs die Goldreserven überprüft, vor dem Wochenende auch in London. Das Gold sei dabei gewogen und in seiner Konsistenz geprüft worden. Seinen Informationen nach kam der Rechnungshof zum Schluss, dass alles in Ordnung ist, sagte Gouverneur Nowotny."
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Hier wurde also wieder einmal NICHT öffentlich nachvollziehbar geprüft, gezählt, gewogen - schon gar nicht anhand öffentlich nachprüfbarerer Barrennummernlisten. Es gibt keine Fotos, keine Videos des Prüf-Vorgangs. Und kein namentlich benennbarer, haftungsfähiger, vereidigter Wirtschaftsprüfer hat einen Stempel unter einen veröffentlichten und beeideten Prüfbericht gesetzt. Und erst recht nicht wurden mögliche Entleihungen / Doppeleigentümerschaften der angeblich in Augenschein genommenen Barren geprüft, was nur durch Offenlegung der Barrennummern und deren Abgleich mit anderen Beständen (von ETF-Anbietern, Goldkontenanbietern, weiteren Zentralbanken, sonstigen) möglich wäre.
Auch weiterhin (und mit immer mehr Nachdruck!) muss also für Österreich ebenso für Deutschland unser seit Jahren bekanntes Zwischenfazit stehen bleiben: "Nach wie vor fehlen alle Beweise für eine vollständige, ordnungsgemäße und unverliehene Existenz des deutschen und österreichischen Staatsgolds! Die Beweislast für die unkompromittierte Existenz von Staatseigentum in hoher Milliardenhöhe liegt dabei eindeutig bei BuBa und OeNB."
Alle somit auch weiterhin absolut berechtigten Fragen tut ÖNB-Präsident Raidl als "Fragen einfacher Gemüter" ab - dabei ähnlich aggressiv und widersinnig argumentierend wie Bundesbank-Vorstand Thiele, der solche Fragen trotz völlig fehlender Beleglage seitens der BuBa und trotz Belegpflicht bei dieser gerne als "grotesk" bezeichnet!
Vor diesem Hintergrund unterstützen auch wir die heute vom FPÖ-Abgeordneten Deimek ggü. Raidl erhobenen Aufforderungen zum Rücktritt und zur Entschuldigung!
FPÖ-Deimek zur Nationalbank: Herr Raidl, treten Sie zurück!
Der Präsident der Oesterreichischen Nationalbank, Claus Raidl, sprach im Rahmen der Präsentation des Geschäftsberichtes der OeNB im Zusammenhang mit Fragestellungen der Goldlagerung von "einfachen Gemütern".
"Ich fordere den Rücktritt des Nationalbankpräsidenten. Hier zeigt sich einmal mehr die unfassbare Abgehobenheit, mit der die Anliegen vieler Menschen dieses Landes einfach abgetan werden", kommentiert der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Gerhard Deimek.
Wie untergeordnet das Gold der Menschen dieses Landes behandelt werde zeige etwa, dass sich Ewald Nowotny und Claus Raidl zunächst einmal nicht einig waren, ob der Rechnungshof die in London gelagerten Goldbestände bereits geprüft habe. "Dem Parlament muss jetzt umgehend ein entsprechender Bericht über die Prüfung vorgelegt werden und das in unzensierter Form", spielt Deimek auf skandalöse Umstände in der Bundesrepublik Deutschland an. "Ich freue mich über den Erfolg der Initiative 'Rettet unser österreichisches Gold' und vieler Menschen dieses Landes. Die OeNB musste beginnen, ihre Karten offenzulegen", zeigt sich Deimek vorsichtig optimistisch. "Aber ich habe im Zusammenhang mit der Nationalbank bereits einige Überraschungen erlebt und die wenigsten waren erfreulich. Wir werden genau und akribisch aufarbeiten, was genau wie und von wem geprüft wurde", kündigt Deimek weitere Aktivitäten an. "Unser Ziel ist dann erreicht, wenn das Gold der OeNB zur Gänze und physisch in Österreich gelagert und diese eiserne Reserve garantiert nicht verkauft wird", gibt sich Deimek weiterhin kämpferisch.
Die Ausritte von Nationalbankpräsident Claus Raidl, der im Rahmen der Pressekonferenz Menschen, die kritische Fragen zur Goldlagerung der OeNB stellen, als "einfache Gemüter" betitelte, sind für Deimek absolut untragbar. "Ich fordere den Rücktritt von Herrn Raidl. Diese Präpotenz und herablassende Haltung gegenüber den Anliegen der Menschen disqualifiziert ihn. Herr Raidl: Entschuldigen Sie sich und treten Sie ab", schließt Deimek.
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