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Mehr Schutz für Kleinanleger

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und sein SPD-Kollege Heiko Maas, Minister für Verbraucherschutz, haben ein neues Maßnahmenpaket auf dem Weg gebracht, das Kleinanleger besser schützen soll. Hintergrund ist vor allem die Pleite von Prokon, die 75.000 Anleger ins Ungewisse stürzte.

 

Prokon-Pleite sorgt für neues Maßnahmenpaket

Angelockt von hohen Renditen und dem Versprechen, der Umwelt mit der Geldanlage etwas Gutes zu tun, investierten in den vergangenen Jahren rund 75.000 Anleger zusammen 1,4 Milliarden Euro in Prokon-Genussrechte. Inzwischen ist das Öko-Unternehmen, das sich hauptsächlich einen Namen mit der Finanzierung von Windparks machte, pleite. Obwohl schon angekündigt wurde, dass kein Totalausfall für die Anleger droht und rund 30 bis 60 Prozent des eingesetzten Kapitals gerettet werden können, ist die Insolvenz gerade für private Kleinanleger ein Schlag ins Gesicht – vor allem, weil sich die Besitzer von Genussscheinen hinter anderen Gläubigern anstellen müssen.

Hauptsächlich deswegen haben die Finanz- und Verbraucherschutzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Heiko Maas (SPD) nun ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, dass speziell für den Schutz von Kleinanlegern eintritt.

So soll die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) künftig auch für den sogenannten Grauen Kapitalmarkt zuständig sein. Dieser früher kaum regulierte Anlagemarkt zog vielfach Gauner und Dilettanten an, die das Unwissen von Privatpersonen in Sachen Finanzen zu ihrem Vorteil nutzten.


Unseriöse Finanzprodukte erkennen

Die BaFin soll nun das Recht bekommen, Werbe- und Betriebsbeschränkungen für als bedenklich eingestufte Finanzprodukte erlassen zu können. Zudem soll sie diese bedenklichen Anlagen mit Warnhinweisen versehen können. Außerdem kündigten Maas und Schäuble an, einigen Verbraucherzentralen die Rolle des Finanzwächters zukommen zu lassen.

Die Verbraucherzentralen hatten schon vor Kurzem gefordert, dass es einen sogenannten Internetpranger für Finanzberatungen geben solle. „Die Bürger wollen sich im Internet informieren, von den Erfahrungen anderer Anleger profitieren. Ziel ist mehr Schutz der Verbraucher, bevor der Schaden eintritt“, so Klaus Müller, neuer Chef der Verbraucherzentralen und ehemaliger Umwelt- und Landwirtschaftsminister von Schleswig-Holstein.

Dass windige Finanzberater eine nicht unerhebliche Rolle bei der Misere vieler Kleinanleger spielen, ist leider eine Tatsache. Bevor also tatsächlich ein Internetpranger kommt, sollten Verbraucher bei der Wahl des Finanzberaters selbst einige Punkte berücksichtigen, um nicht auf unseriöse Finanzprodukte hereinzufallen.


Einen guten Finanzberater finden

Achten Sie zum Beispiel darauf, dass der Finanzberater ein Honorar statt einer Provision erhält. Oftmals können Sie schon im Internet viel über ein Finanzberatungsunternehmen erfahren. Verlassen Sie sich hier auch auf Ihr Gefühl: Wirkt der Internetauftritt seriös? Bleiben offene Fragen zurück? Beschreiben andere Anleger, welche Erfahrung sie mit dem Unternehmen gemacht haben? Weitere Finanztipps finden Sie zum Beispiel auch hier. Sind Sie sich dennoch unsicher, können Sie auch die Verbraucherzentralen zu Rate ziehen – oder warten, bis ein besserer Schutz für Kleinanleger gewährleistet ist.

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