Der stockende Aufschwung in Europa weckt bei Ökonomen Erinnerungen an die Dauerkrise in Japan. Im schlimmsten Fall droht Europa das Japan-Szenario.
Der stockende Aufschwung in Europa weckt bei Ökonomen Erinnerungen an die Dauerkrise in Japan. Das zeigt der monatliche Konjunkturbericht der F.A.Z. Stagnierende oder fallende Preise, gepaart mit einer schrumpfenden Wirtschaft, gelten als Horrorszenario für jede Volkswirtschaft. In Japan hielt die Deflation die Menschen lange vom Kaufen ab und Konjunkturprogramme und eine schrumpfende Wirtschaftskraft ließen die Schuldenquote sprunghaft steigen.
Zwar ist der Euroraum noch ein gutes Stück von diesem Szenario entfernt. Doch die enttäuschenden Wachstumsdaten der ersten drei Monate dieses Jahres und die nach wie vor schwache Inflation von zuletzt 0,7 Prozent wecken bei Konjunkturforschern negative Assoziationen. „Es ist nicht die wahrscheinlichste Prognose, aber im schlimmsten Fall droht dem Euroraum ein japanisches Szenario“, sagt Ferdinand Fichtner, der Leiter Konjunkturabteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW). Die konjunkturelle Entwicklung in den 18 Euroländern bezeichnet er als „wackelig und uneinheitlich“.
Der im vergangenen Jahr entstandene Eindruck, es gebe eine breit angelegte Erholung im Euroraum, habe sich erst einmal nicht bestätigt. Lediglich dem starken Zuwachs des Bruttoinlandproduktes (BIP) in Deutschland um 0,8 Prozent ist es zu verdanken, dass dem Euroraum insgesamt mit einem Plus um 0,2 Prozent im ersten Quartal zumindest ein Mini-Wachstum gelungen ist.



