Gold wegen Gewinnmitnahmen und ETF-Abflüssen unter Druck. Die Bestände aller Gold-ETFs liegen auf dem niedrigsten Niveau seit Anfang Oktober 2009.
Von Commerzbank Commodtiy Research
Nachdem sich der Goldpreis in den letzten Tagen relativ fest zeigte und gestern zwischenzeitlich bei rund 1.285 USD je Feinunze auf einem 3-Wochenhoch notierte, hat er seitdem recht deutlich nachgegeben. Heute Morgen wird Gold gut 20 USD niedriger gehandelt.
Ursache für den Preisrückgang sind unseres Erachtens die Entwicklungen im Irak, wo die Regierungstruppen offenbar die Terrorgruppe ISIS etwas zurückdrängen konnten. Die Marktteilnehmer schätzen daher anscheinend die geopolitischen Risiken nicht mehr ganz so hoch ein wie noch zuvor, wodurch Gold als sicherer Hafen weniger stark nachgefragt ist.
Daher haben wohl vor allem Finanzinvestoren den jüngsten Preisanstieg von Gold zu Gewinnmitnahmen genutzt. Darauf deuten auch neuerliche ETF-Abflüsse hin.
Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten gestern mit 3,8 Tonnen den höchsten Tagesabfluss seit knapp zwei Wochen. Dieser war ausschließlich auf den SPDR Gold Trust, den weltweit größten Gold-ETF, zurückzuführen, welcher sogar den stärksten Tagesabfluss seit zwei Monaten verzeichnete.
Die Bestände aller Gold-ETFs liegen damit auf dem niedrigsten Niveau seit Anfang Oktober 2009. Auch Silber gibt einen Teil seiner Preiszugewinne wieder ab, hält sich aber besser als Gold. Das viel beachtete Gold/Silber-Verhältnis ist dadurch auf 64,5 gefallen, was dem tiefsten Stand seit Anfang April entspricht.



