Preisrutsch bei Gold und Silber - ETFs mit höchstem Tageszufluss seit Oktober 2012
Von Commerzbank Commodity Research
Eine allgemein zurückgehende Risikoaversion, die sich unter anderem in steigenden Aktienmärkten widerspiegelte, sorgte gestern für Abgabedruck bei den Edelmetallen. Gold fiel im Zuge dessen um 2,4% bzw. gut 30 USD und hielt sich nur noch knapp über der Marke von 1.300 USD je Feinunze. Silber gab um 2,5% nach und rutschte unter die Marke von 21 USD je Feinunze.
Auch Gewinnmitnahmen der spekulativen Finanzanleger haben zu den starken Preisrückgängen wohl beigetragen. Wie wir gestern berichteten, hatte diese Investorengruppe gemäß der jüngsten CFTC-Daten in der Woche zum 8. Juli bei Gold und Silber die höchsten Netto-Long-Positionen seit 1½ bzw. sogar knapp 4 Jahren aufgebaut, so dass Korrekturpotenzial bestand. Im Gegensatz zu diesen kurzfristig orientierten Investoren haben jedoch offenbar die ETF-Anleger das gefallene Preisniveau bei Gold als attraktive Einstiegsgelegenheit genutzt.
Denn die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten gestern mit 9,7 Tonnen den höchsten Tageszufluss seit Oktober 2012, was fast ausschließlich auf den SPDR Gold Trust zurückzuführen war. Sollte sich dieser Zufluss als nachhaltig erweisen, wäre dies u.E. ein positives Zeichen für den Goldpreis, denn in der Vergangenheit hatten sich die ETF-Investoren bei Preisrückgängen oftmals ebenfalls aus Gold zurückgezogen. Heute richtet sich das Interesse der Goldanleger auf die halbjährliche Anhörung der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen vor dem US-Kongress.



