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ifo: Sanktionen treffen Deutschland

Sinn: Ukraine-Krise drückt Wachstum auf Null. „Die Wachstumsprognose, die das ifo Institut noch im vergangenen Monat abgab, muss vermutlich nach unten revidiert werden.“ - Daimler beklagt Umsatzrückgang und betont "Primat der Politik". - "EU hat uns über 60 Jahre Frieden beschert".


Die Ukraine-Krise und die Sanktionen gegen Russland werden das Wachstum in Deutschland auf Null drücken. Damit rechnet Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchner ifo Institutes für Wirtschaftsforschung, in einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche. „Der Wirtschaftsaufschwung, der in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres begann und sich bis in den Winter fortsetzte, scheint nun eine längere Pause einzulegen“, schreibt Sinn. „Die Wachstumsprognose, die das ifo Institut noch im vergangenen Monat abgab, muss vermutlich nach unten revidiert werden.“

Schon im zweiten Quartal habe die Krise das Wachstum in Deutschland gebremst. „Die Vermutung, dass das zweite Quartal 2014 gegenüber dem ersten ein Plus von 0,3 Prozent aufweist, ist nach heutigem Stand der Dinge wohl nicht mehr zu halten. Wahrscheinlicher ist ein Nullwachstum“, so Sinn. „Auch für das dritte Quarta! l 2014 dürfte das derzeit mit 0,4 Prozent prognostizierte Wachstum nach unten zu revidieren sein. Das wird dann auch die Jahresprognosen für 2014 und 2015 signifikant senken.“

Allerdings werde Deutschland keinesfalls in eine Krise rutschen. „Erstens wird die Binnenwirtschaft von einem ansehnlichen Konsumzuwachs getragen, zweitens ist der Dienstleistungssektor sehr stabil, und drittens gab der ifo-Indikator im Vergleich zu früheren Vergleichsperioden nur moderat nach. Es gibt somit keine Ähnlichkeit zum Katastrophenjahr 2008.“
 
 
Sanktionsopfer Daimler knickt ein: "Primat der Politik"

Der Automobilhersteller Daimler muss nach den Worten seines Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche im Russland-Geschäft wegen der Ukraine-Krise Einbußen beim Gewinn hinnehmen. Zetsche sagte BILD am SONNTAG: "Die russische Wirtschaft war schon vor der Krise in einer schwierigen Phase und ist jetzt weiter beeinträchtigt. Das wirkt sich auf den russischen Pkw-Markt aus und damit auch auf Daimler. Im ersten Halbjahr haben wir noch 20 Prozent plus im Russland-Geschäft gemacht, jetzt geht das Momentum nach unten."

Dennoch steht Zetsche schärferen Sanktionen gegen Russland nicht ablehnend gegenüber: "Es gilt ganz klar das Primat der Politik. Die Wirtschaft hat sich auf die Bedingungen einzustellen, die die Politik setzt - unabhängig von den direkten Konsequenzen."

Zur Begründung sagte er: "Die EU hat uns über 60 Jahre Frieden beschert. Das ist noch wichtiger als die wirtschaftliche Entwicklung. Darum gilt: Frieden und Stabilität sowie jede Maßnahme, die dazu beiträgt, hat Vorrang vor allem anderen."

 

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