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Sanktionen: EU in der Gasfalle

Griechischer Energieminister fordert Notfall-Planung für europäische Gasversorgung. - Ökonom fürchtet Gas-Lieferstopp bei härteren Russland- Sanktionen.


 
Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, hat vor den Folgen schärferer Sanktionen gegen Russland gewarnt. Der Ausschluss Russlands aus dem internationalen Zahlungsverkehrssystem Swift und das Einfrieren der Konten russischer Finanzinstitutionen wären zwar „wahrscheinlich eine der effizientesten Möglichkeiten, der russischen Wirtschaft zu schaden“, sagte Horn Handelsblatt Online. „Man muss sich allerdings dann auf eine weitere Eskalation des Konflikts einstellen, bei dem Russland zum Beispiel die Gaslieferungen verteuert oder gar stoppt.“

Es sei nicht auszuschließen, dass damit die Verunsicherung weiter um sich greife „mit schwer quantifizierbaren wirtschaftlichen Schäden für beide Seiten“, sagte Horn weiter. Die entscheidende Frage sei jedoch politischer Natur und laute: Wie solle das alles enden? „In einer politisch und wirtschaftlich interdependenten Welt kann niemand ein Interesse an einem radikalisierten und wirtschaftlich verelendenden Russland haben“, betonte Horn. „Insofern kann man nur festhalten, dass Sanktionen diesen Konflikt letztlich überhaupt nicht im Interesse Europas lösen können“, fügte der IMK-Chef hinzu.
 
 
 
Der griechische Minister für Umwelt, Energie und Klimawandel, Giannis Maniatis, fordert einen europäischen Notfall-Mechanismus, falls es infolge der Krise in der Ukraine zu Engpässen bei der Gasversorgung kommt. „Das Grundprinzip ist die europäische Solidarität“, sagte Maniatis in einem Interview mit dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). Von den 28 EU-Staaten seien einige in unterschiedlichem Maße auf Gaslieferungen über die Ukraine angewiesen, die restlichen nicht, sagte Maniatis. „Sie müssen den anderen helfen“.

In einem Brief an den zuständigen EU-Kommissar Günther Oettinger habe er vorgeschlagen, überschüssiges Flüssiggas jetzt nicht in Drittländer zu exportieren, sondern für den eigenen Bedarf in Europa vorzuhalten. „Der Gedanke ist, dass wir in Europa die verfügbaren Flüssiggas-Kapazitäten in einer solchen Krise gemeinsam nutzen“, sagte Maniatis dem Handelsblatt. Griechenland bezieht nach den Worten des Ministers etwa 60 Prozent seines Erdgases über ukrainische Pipelines aus Russland.
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