Noch vor den offiziellen Verlautbarungen wurde heute Mittag geleakt, dass die EZB weiter Vollgas gibt. Reuters zufolge kauft die Notenbank praktisch wertlose Schuldtitel den Banken ab. Das neue Ankaufsprogramm soll einen Umfang von 0,5 Billionen Euro haben und bei Bedarf weiter ausgeweitet werden. - Euro runter, DAX hoch nach Bekanntwerden der Nachricht. Commerzbank Gewinner.
Die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt Insidern zufolge, die lahmende Wirtschaft der Euro-Zone mit weiteren bis zu 500 Milliarden Euro anzuschieben. Wie Reuters am Donnerstag von mit den Beratungen des EZB-Rats vertrauten Personen erfuhr, liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, der den Aufkauf von Kreditverbriefungen und Pfandbriefen in einem Volumen bis zu einer halben Billion Euro vorsieht. Die Notenbank könne noch in diesem Jahr beginnen, den Banken die entsprechenden Papiere abzukaufen. In dem Vorschlag, über den der EZB-Rat zur Stunde im Sitz der Zentralbank in Frankfurt berät, werde eine Laufzeit des Programms von drei Jahren genannt. Ein EZB-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.
Die EZB wird um 13.45 Uhr (MESZ) bekanntgeben, ob sie ihren Leitzins, der seit Juni bei 0,15 Prozent steht, ändert. Kaum ein Experte rechnet angesichts des erreichten Rekordtiefs mit einer weiteren Zinssenkung. Mögliche weitere Maßnahmen wird EZB-Chef Mario Draghi dann ab 14.30 Uhr (MESZ) bei einer Pressekonferenz bekanntgeben. Draghi hatte zuletzt erklärt, die EZB werde mit "allen verfügbaren Mitteln" gegen die Konjunkturflaute und eine drohende deflationäre Abwärtsspirale vorgehen. In einem solchen Horrorszenario würden Preise, Investitionen und Löhne sinken und die Wirtschaft lähmen. Die EZB hatte bereits im Sommer erklärt, sie arbeite an einem Kaufprogramm für Kreditverbriefungen, bis dato jedoch keine Details genannt oder das Programm offiziell beschlossen. Skeptiker bezweifeln den Nutzen und warnen vor Risiken.
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