Sächsische AfD-Chefin Petry vergleicht CDU mit SED: „Karrieren verlaufen in der CDU ähnlich wie früher in der SED“. Union hat sich „viel zu weit von den Bürgern entfernt“
Die Vorsitzende der AfD-Fraktion im sächsischen Landtag, Frauke Petry, hat der CDU mangelnde innerparteiliche Demokratie und Entfremdung von den Bürgern vorgeworfen. Petry, die als Spitzenkandidatin ihrer Partei in der Landtagswahl vor einer Woche fast zehn Prozent geholt hat, sagte in Bild am Sonntag: „Karrieren verlaufen in der CDU ähnlich wie früher in der SED“. Das gelte auch für die SPD. Und weiter: „In der CDU bleibt alles unter der Decke. Gemacht wird, was Frau Merkel will. Das ist doch ein demokratisches Trauerspiel“. Petry hat nach eigenen Angaben mit dem Gedanken gespielt, in die CDU einzutreten. Aber: „Mir ist mein Rückgrat wichtiger als die politische Karriere. So denken in der AfD viele und deshalb bin ich dort aktiv.“
Für eine Zusammenarbeit mit der CDU machte Petry „Volksentscheide auf Bundesebene“ zur Bedingung: „Denn die Bürger haben schon lange den Eindruck, dass sie nichts zu melden haben, und das gefährdet die Demokratie“. Die CDU habe sich „viel zu weit von den Bürgern entfernt“.
Petry erkennt aber auch positive Ausnahmen in der CDIU: „Es gibt einige CDU-Politiker, mit denen wir sympathisieren und glauben, dass sie in der falschen Partei sind. Zum Beispiel Wolfgang Bosbach. Aber auch Herr Biedenkopf ist uns sehr nahe.“ Natürlich gebe es Übereinstimmungen mit der CDU: „Wir sehen nur nicht, dass Frau Merkel daraus Konsequenzen zieht.“
Energisch wies die sächsische AfD-Politikerin Vorwürfe zurück, ihre Partei ziele auf rechtsextreme Wähler: „Ich bestreite vehement, dass wir Zulauf aus dem rechtsradikalen Milieu haben. ... Mehrere Wahlanalysen zeigen, dass wir keinerlei Schnittmengen mit diesen Parteien haben. Weder thematisch noch bei der Wählerschaft.“ Und weiter: „Wir haben keine ehemaligen NPD-Mitglieder bei uns. Und wenn sich jemand von denen bei uns eingeschlichen hat, dann ist das ein Ausschlussgrund.“



