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EU: Deindustrialisierung schreitet voran

Studie: Deindustrialisierung in Europa schreitet voran. Europas kleine und mittelständische Industrieunternehmen kämpfen mit einer schwierigen Kreditversorgung, einem wachsenden Mangel an gut qualifizierten Fachkräften und hohen Energiekosten.


Trotz aller Versuche, gegenzusteuern, geht die Deindustrialisierung in Europa weiter. Mit einem Anteil von 15,1 Prozent der Industrie an der Bruttowertschöpfung erreichte sie 2013 abermals einen Tiefpunkt. Das geht aus dem Report zur Wettbewerbsfähigkeit Europas hervor, der dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt und den die EU-Kommission an diesem Donnerstag vorlegen will.
 
Das Ziel, den Anteil der Industrie bis 2020 wieder auf 20 Prozent zu steigern, gerät damit in Gefahr. Zu Beginn des neuen Jahrtausends hatte der Anteil der Industrie an der Bruttowertschöpfung noch bei 18,5 Prozent gelegen. Der niedrigste Wert wurde im Rezessionsjahr 2009 mit 14,8 Prozent erreicht. Zwar erholte sich der Anteil leicht – aber ein Trend wurde daraus nicht. „Ohne zielgenaue Maßnahmen sowohl auf europäischer wie auch auf Ebene der Mitgliedstaaten wird es nicht gelingen, der Altlasten aus! der Krise Herr zu werden“, stellt Brüssel nun fest.

Der Brüsseler Bestandsaufnahme zufolge kämpfen vor allem Europas kleine und mittelständischen Industrieunternehmen mit einer nach wie vor schwierigen Kreditversorgung, einem wachsenden Mangel an gut qualifizierten Fachkräften und hohen Energiekosten. „Verbesserungen bei der Energieeffizienz haben den negativen Effekt steigender Energiepreise nicht kompensieren können“, stellt die Kommission in ihrem Bericht fest. Außerdem müssten viele EU-Staaten dringend administrative Hürden bei der Neugründung von Unternehmen senken und Forschung und Entwicklung vorantreiben

Die industrielle Leistungsfähigkeit bleibt in der EU höchst unterschiedlich. Deutschland, Dänemark, Irland und die Niederlande liegen bei der Wettbewerbsfähigkeit vorn. Darauf ausruhen können sie sich nicht. So sieht die EU-Kommission für die nächste Dekade in Deutschland erheblichen Bedarf für Investitionen in die Infrastruktur, bei der Versorgung mit Fachkräften angesichts der demografischen Entwicklung sowie bei der Bereitstellung von Risikokapital. „Zur Bewahrung ihrer Wettbewerbsfähigkeit steht Deutschlands Industrie mittel- und langfristig vor ernst zu nehmenden Herausforderungen“, warnt die Kommission.

Auf hohem Niveau stagnierend und vom Abstieg bedroht sieht die Kommission Belgien, Großbritannien, Frankreich, Italien, Österreich, Luxemburg, Schweden und Finnland.
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