Der SPD-Bundesvize Ralf Stegner sagte mit Blick auf Katar. „Länder, die finanziell oder politisch den Terrorismus des IS unterstützen, dürfen weder deutsche Waffenlieferungen bekommen, noch sollte es mit solchen Staaten privilegierte Wirtschaftsbeziehungen geben.“ Auch eine Fußball-WM in Katar sei „eine gravierende Fehlentscheidung, die weltweit Kopfschütteln auslösen muss“.
Die Sprecherin für internationale Beziehungen der Linksfraktion im Bundestag, Sevim Dagdelen, nannte es „unerträglich, dass Berlin dem blutigen Diktator Katars, Herrn Al Thani, den roten Teppich ausrollt“. Sie forderte Merkel und Gauck auf, sich dafür einzusetzen, dass die WM 2022 nicht in Katar stattfindet. „Ich habe es bei meinem Besuch in Katar in diesem Jahr mit eigenen Augen gesehen: Katar ist ein Sklavenstaat, der die Arbeiter auf den Baustellen regelrecht zu Tode ausbeutet“, sagte die Linkspartei-Politikerin. „Sklavenarbeit darf aber nicht die Grundlage für ein Fußballfet sein.“
Dagdelen fordert von der Bundesregierung zudem, den Einfluss der Kataris auf die deutsche Wirtschaft zu überprüfen. „Die zahlreichen Beteiligungen in zentralen deutschen Unternehmen sprechen dafür, dass Katar hier in Deutschland politischen Einfluss zu gewinnen und für seine finsteren Interessen einzuspannen versucht“, sagte die Linke-Politikerin. „Hier muss die Bundesregierung ein deutliches Stoppzeichen setzen, wenn sie sich nicht zum Gehilfen einer blutigen Diktatur machen will.“
Die Vize-Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Kerstin Andreae, erwartet von der Bundesregierung, dass Sie mögliche Menschenrechtsverletzungen von ausländischen Arbeitern auf den WM-Baustellen des Landes genauso anspreche, wie die aktuelle Situation im Irak und in Syrien. Nach wie vor herrsche Unklarheit über die Rolle Katars als möglichen Finanzier von Terrororganisationen wie dem IS. „Da kann es für die Bundesregierung nicht nur um neue Aufträge für die deutsche Wirtschaft gehen“, betonte die Grünen-Poli! tikerin. „Gerade von Bundespräsident Gauck, den wir immer wieder als umsichtigen und kritischen Politiker erleben, erhoffe ich mir klare Worte.“



