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Commerzbank: Mega-Strafe wegen Geldwäsche?

Deutschlands zweitgrößter Bank droht Ungemach: Geldwäsche-Ermittlungen in USA gegen Commerzbank. - Hintergrund: Drakonische Strafen für EU-Banken wegen US-Dollar.

 

In den USA wird einem Zeitungsbericht zufolge wegen mutmaßlicher Geldwäsche gegen die Commerzbank  ermittelt. Staatsanwälte aus der US-Finanzmetropole New York hätten Untersuchungen eingeleitet, berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ). Es gehe um Vorwürfe, Deutschlands zweitgrößte Bank habe zu laxe Kontrolle gehabt, um Geldwäsche zu erkennen und zu verhindern.

Die Untersuchungen könnten einen anderen Fall in den USA beeinflussen. Denn die Bank verhandelt mit US-Behörden über einen Vergleich zu mutmaßlichen Verstößen gegen US-Sanktionen gegen Länder wie den Iran und Sudan. Im Gespräch waren hier zuletzt Insidern zufolge rund 650 Millionen Dollar.

 

Hintergrund: Drakonische Strafen für EU-Banken wegen US-Dollar

Es ist noch nicht so lange her, da wurden europäische Banken mit vereinten Kräften und Billionen seitens EZB und Staaten gerettet. Seiden herrscht relative Ruhe im Sektor. Doch seit diesem Jahr wird zurückgeschossen: aus den USA.

Die US-Behörden konzentrieren sich auf’s europäische Bankensystem. Die Gesetze machen sie selbst. Und die Strafhöhe kennt keine Grenzen nach oben.

Der Fall der Verurteilung der französischen BNP mit einer Rekordstrafe sorgte bereits für Schlagzeilen. Für Schlagzeilen sorge auch die fadenscheinige Begründung der US-Strafverfolgungsbehörden, denn diese könnte nicht grotesker sein: Die Bank selbst sagt, dass sie keine EU- oder Uno-Gesetze gebrochen hat. Die USA behaupten: Weil die fragwürdigen Deals in Dollar abgewickelt wurden und angeblich auch von US-Dollarkonten stammten, gelte die US-Jurisdiktion.

Im Klartext:

Für jeden, der weltweit Geschäfte in Dollar macht, gelten die Gesetze der USA - weil Dollar eine US-Währung ist. 

 

So hat die BNP in der Interpretation von US-Strafvervolgern US-Recht gebrochen, weil US-Sanktionen nicht beachtet wurden und weil die Geschäfte in Dollar abgewickelt wurden. Für die Commerzbank und andere deutsche Geldhäuser könnte nun Ähnliches drohen. Schöne neue US-Welt.

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