Weltweite Wachstumssorgen drücken die Börsen. Dow und DAX stürzen ab. Trotz immer neuer Billionen-Programme durch Notenbanken in den letzten Jahren kommt die Wirtschaft nicht mehr in Schwung. Countdwon zum Kollaps?
Von Michael Mross
Steht die Welt vor einem deflationären Crash? Das Verwunderliche: Trotzdem sich die Welt-Schuldenmenge seit Ausbruch der Finanzkrise fast verdoppelt hat, saufen die Pferde nicht mehr. Das viele Geld kommt in der Wirtschaft nicht mehr an. Es wird in gesättigten Märkten nicht mehr gebraucht.
Vor Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 betrug der offizielle Schuldenberg in den USA noch rund 9 Billionen Dollar. Bis Mitte 2014 wurden daraus 18,5 Bio. Miese. In der Eurozone sind es über 9 Billionen Euro Schulden.
Neben den Schuldenbergen belasten auch geopolitische Risiken zusehends die Wirtschaft, insbesondere die vom Westen eingeleiteten Probleme in Hinblick mit Moskau. Besonders in Deutschland kam es seit den Russland-Sanktonen zu einem regelrechten Absturz. Russland spielt zwar global nicht die entscheidende ökonomische Rolle, die Sanktionen haben aber in der aktuellen fragilen Situation ungeahnte Dominoeffekte.
Das Bedrückende: Trotz Null Zinsen tut sich praktisch nichts mehr. Die Eurozone und die EU droht in Rezession zu versinken. Experten sprechen schon offiziell vom Japan-Syndrom. In den USA sind die Zahlen zwar offiziell besser, aber Börsianer schenken den Ziffern ohnehin keinen Glauben mehr.
Die Frage ist jetzt: Wenn die Notenbanken das letzte Pulver verschossen haben, was soll dann noch kommen?
Auch China scheint sich deutlich abzuschwächen. Die offiziellen Wachstumszahlen aus Peking sind plump gefälscht, munkelt man unter Experten. Tatsächliche Indikatoren wie Stahl und Eisenerzpreise fielen in China jüngst auf ein Rekordtief.
Was also soll jetzt noch kommen? Selbst die Ankündigung, dass die Zinsen in den USA sobald nicht angehoben werden, kann die Aktienmärkte nicht mehr stimmulieren.
Ein solches Szenario ist Gift für's Geldsystem und für die Banken. Bei Rezession und Deflation bleiben die Geldhäuser auf ihren faul werdenden Krediten sitzen, weil die Wirtschaft nicht mehr läuft. Kein Wunder, dass Banken in den letzten Tagen die größten Verlierer waren. Im DAX befinden sich Deutsche Bank und Commerzbank schon seit ein paar Tagen im Sturzflug.
Das deflatorische Szenario spiegelt sich auch deutlich bei den Rohstoffen. Der Rohölpreis fiel auf ein 2-Jahres-Tief. Meist ein sehr treffsicherer Indikator für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung. Aber auch die Edelmetallpreise tun sich derzeit schwer. Gold und Silber konnten ihre Abwärtsbewegung zwar vorerst stoppen, in einer echten Deflation dürfte aber auch hier zunächst ein weiterer Rückwärtsgang programmiert sein.
Sollte sich der Rückwärtsgang in der Wirtschaft allerdings zu einer ernsthaften systemischen Krise ausweiten - und das dürfte sicher sein, wenn es weiter abwärts geht - dann könnten sich die Edelmetalle allerdings schnell wieder als sicherer Hafen erweisen. Insofern sollte man die Edelmetallkurse aktuell gut beobachten.



