Neuerliche Abflüsse aus den Gold-ETFs, dagegen spekulative Finanzinvestoren wieder optimistischer
Von Commerzbank Commodity Research
Der Goldpreis handelt zum Wochenauftakt weitgehend unverändert bei rund 1.230 USD je Feinunze. Am Freitag schon zeigte er sich relativ stabil, trotz neuerlicher Abflüsse aus den Gold-ETFs. Der weltgrößte Gold-ETF, SPDR Gold Trust, berichtete von einem Abfluss von 4,5 Tonnen. In der letzten Woche wurden die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs insgesamt um 13 Tonnen abgebaut. Sie liegen aktuell auf dem tiefsten Stand seit Anfang September 2009.
Der Wochenzufluss von 5 Tonnen in der Woche zuvor hat sich somit als Strohfeuer erwiesen. Solange die ETF-Abflüsse nicht gestoppt werden oder zumindest spürbar nachlassen, weht dem Goldpreis weiter Wind entgegen.
Die gestern von der EZB veröffentlichten Ergebnisse des Banken-Stresstests brachten keine Überraschungen, so dass die Marktreaktion darauf auch verhalten ausfällt. Die spekulativen Finanzinvestoren haben sich in der Woche zum 21. Oktober wieder aufgeschlossener gegenüber Gold gezeigt. Sie haben ihre Netto-Long-Positionen um 48% auf 62,5 Tsd. Kontrakte ausgeweitet, den höchsten Stand seit sieben Wochen. Innerhalb von zwei Wochen haben sich die Netto-Long-Positionen damit mehr als verdoppelt.
Der Preisanstieg von rund 40 USD je Feinunze in dieser Beobachtungsperiode war also zum Großteil spekulativ getrieben und steht somit unseres Erachtens auf tönernen Füßen. Daran dürften auch die robusten Goldimportdaten Chinas nichts ändern, die heute von der Hongkonger Statistikbehörde veröffentlicht wurden.



