Goldpreis fällt unter wichtige charttechnische Unterstützung auf ein 4-Jahrestief. Prognose: weiter runter. - Auch Euro abwärts.
Von Commerzbank Commodity Research
Die Edelmetallpreise stehen heute gleich aus mehreren Gründen unter starkem Abgabedruck. Die überraschend starken US-BIP-Daten haben gestern den optimistischeren Konjunkturausblick der Fed am Vortag bestätigt und damit indirekt die Nachfrage nach Gold als sicheren Hafen gedämpft.
Dies zusammen mit der massiven Ausweitung der Bondkäufe durch die japanische Zentralbank hat den US-Dollar weiter aufwerten lassen und Gold dadurch zugesetzt. Hinzu kommen charttechnische Faktoren. Gold ist nicht nur unter die psychologisch wichtige Marke von 1.200 USD je Feinunze gefallen, sondern auch unter das Vierjahrestief um 1.180 USD.
Dies könnte weitere technisch bedingte Verkäufe über den Futuresmarkt auslösen. Die moderaten Abflüsse aus dem SPDR Gold Trust können das Ausmaß des jüngsten Preisrückgangs nicht erklären. Zudem ist die physische Nachfrage nach Gold bei Weitem nicht so schwach wie die der ETF-Anleger. So wurden in den USA im Oktober bislang 59,5 Tsd. Unzen Goldmünzen verkauft. Der September war mit 58 Tsd. Unzen Goldmünzen bereits der zweitstärkste Monat nach Januar.
Noch stärker als Gold traf es zuletzt Silber, welches seit Juli bereits über 20% verloren hat und mittlerweile mit rund 16 USD je Feinunze auf dem niedrigsten Stand seit Februar 2010 notiert. Das vielbeachtete Gold-Silber-Verhältnis ist inzwischen auf 73,3 gestiegen. So günstig war Silber gegenüber Gold zuletzt vor 5½ Jahren. Erneut zeigt sich somit, dass Silber kaum Eigenleben hat und in Schwächephasen wesentlich stärker reagiert.



