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NATO macht mobil: 40000 an die Ostfront?

Nato plant Großmanöver in Osteuropa. Deutschland als "Führungsnation" vorgesehen. Oberbefehlshaber Domröse: "Wir haben bisher Großmanöver von 25.000 bis 40.000 Mann nur in den westlichen Nato-Ländern durchgeführt. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das in Zukunft auch in Osteuropa und im Baltikum machen".


Die Nato hat erstmals Manöver mit mehreren zehntausend Soldaten in den Grenzregionen zu Russland in Aussicht gestellt. "Wir haben bisher Großmanöver von 25.000 bis 40.000 Mann nur in den westlichen Nato-Ländern durchgeführt. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das in Zukunft auch in Osteuropa und im Baltikum machen", sagte der verantwortliche Nato-Oberbefehlshaber für Nord- und Osteuropa, der deutsche Vier-Sterne-General Hans-Lothar Domröse, der "Welt".  

 

Hintergrund: Seit der Annexion der Krim durch Russland will das westliche Verteidigungsbündnis künftig die Abschreckung gegenüber Moskau und den Schutz der mittel- und osteuropäischen Staaten, die sich durch Russland bedroht fühlen, erhöhen. Dazu werden derzeit verschiedene militärische Maßnahmen ausgearbeitet, die den 28 Nato-Partnern Anfang 2015 zur Abstimmung vorgelegt werden sollen. 

 

Nach den Worten Domröses wird die neue „Speerspitze“ der Nato, mit der das Bündnis schnell auf eine Bedrohung ihrer östlichen Mitglieder reagieren will, größer werden als bisher bekannt. „Wir werden eine Schnelle Eingreiftruppe der Nato aufbauen, die aus etwa 5000 bis 7000 Mann besteht und die innerhalb von zwei bis fünf Tagen im Einsatzgebiet sein kann. Einige Truppen dieser Nato-Eingreiftruppe, die wir auch „Speerspitze“ nennen, werden schon nach zwei Tagen im Einsatz sein,  andere wohl erst nach drei oder fünf Tagen. Es wird also ein mehrstufiger Prozess sein“. Bisher war bekannt, dass die „Speerspitze“ nur 3000 bis 5000 Soldaten umfassen soll.

 

Laut Domröse sollen die neuen Kampftruppen schnellst möglich umgesetzt werden. „Nach unseren Planungen soll die Schnelle Eingreiftruppe im September 2015 beim Großmanöver ‚Trident Juncture’ in Spanien, Italien und Portugal teilnehmen. Wenn alles planmäßig verläuft, kann die Schnelle Eingreiftruppe bis Ende 2015 einsatzbereit sein“.

 

Der Nato-Oberbefehlshaber betonte, dass nicht alle 28 Nato-Länder an der neuen „Speerspitze“ teilnehmen werden, sondern nur diejenigen Länder, „die über die notwendige High-Tech-Ausrüstung und entsprechend ausgebildete Soldaten verfügen“. Auch Länder, die nicht Mitglied der Nato sind, könnten mitmachen. „Wir planen so, dass jeweils sechs bis zehn Nationen für ein Jahr die neue Speerspitze bilden und danach gewechselt wird. Es wird nach bisheriger Planung in jedem Zyklus eine Führungsnation geben, wozu ganz sicher irgendwann auch Deutschland gehören wird“. Die beteiligten Truppen würden an ihren bisherigen Standorten verbleiben und dann für Trainingsmaßnahmen oder Einsätze aus allen Teilen des Bündnisgebietes zusammengeführt. „Diese hoch mobilen Truppen müssen allerdings über eine riesige Luftflotte verfügen, damit sie schnell am Einsatzort sein können“, so Domröse weiter.

 

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