Lukas Beckmann, Ex-Geschäftsführer der Grünen Bundestagsfraktion, mit einem Pamphlet zu den Ursachen der Ukraine-Krise und was der Westen jetzt tun sollte. Der Beitrag strotzt vor historischen Halbwahrheiten und Kalter-Kriegsrhetorik.
Unter dem Titel „Freiheit und das Prinzip Verantwortung“ versucht Lukas Beckmann, langjähriger Geschäftsführer der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitbegründer der Heinrich-Böll-Stiftung, die Grünen auf Kriegskurs zu trimmen. Der als "Debattenbeitrag" getarnte Artikel strotzt vor historischen Halbwahrheiten und Kalter-Kriegsrhetorik. Der Autor beklagt eine verbreitete Empathie für die russische Regierung. Die westlichen Medien seien teils von Russland gesteuert und diese zeigen das Land in einem viel positiven Licht.
Ihn „erschrecken die Erfolge der russisch-sowjetischen Propaganda (…) bis in unsere westlichen Medien und gar bis in den ARD-Programmbeirat hinein.“ Laut Beckmann bilden diese „eine unheilige Allianz von wirtschaftlichen Interessen, mobilisierten und mobilisierenden Putinverstehern und eine oft unbewusste Fortsetzung kaltkriegerisches Blockdenkens.“
Die Wurzel all diesen Übels ist natürlich Putin, dessen Regierungsstil laut Beckmann „von diktatorischen Zügen durchdrungen ist.“ Der Autor fragt wörtlich: "Warum gibt es in unserer Öffentlichkeit und in den Medien so viel Empathie für eine russische Regierung, die Meinungsvielfalt bekämpft und regierungskritischen Journalismus durch Gefängnisstrafen, Folter und Mord verhindert?"
Und weiter:
"Warum gehen bis heute viele davon aus, dass man der russischen Regierung keine souveränen Nachbarstaaten zumuten kann, die sich nach Westen orientieren und sich – anders als die Duma und Putins Regierung – demokratischen Wahlen verschrieben haben?"
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"Es ist hingegen erschütternd, wie viele Bürger und Bürgerinnen eines freien Landes unberührt bleiben vom demokratischen Aufbruch eines EU-Nachbarlandes, dabei nicht ohne Stolz als weitsichtige Welterklärer und Putinversteher daherkommen und freiwillig die Aufgaben von Putins Vorstehern im Westen wahrnehmen. Nicht zuletzt werden zehntausende Inlandsflüchtlinge in der Ukraine zunehmend auch unsere finanzielle und materielle Unterstützung brauchen, wenn die Wintermonate kälter und die Gaslieferungen aus Russland erneut gedrosselt werden."
Indirekt ist der Beitrag von Beckmann ein Aufruf mindestens zum Kalten Krieg, wenn nicht gar noch mehr. Die Art und Weise, wie geschichtliche Fakten zum Teil verdreht oder auch weggelassen wurden hat nur ein Ziel: die Menschen gegen Russland und Putin aufzubringen und die Kriegsbereitschaft der Grünen gegen den bösen Osten zu erhöhen.



