Der deutsche Privatermittler Josef Resch erhöht die 30 Millionen Dollar schwere Belohnung um weitere 17 Millionen für Hinweise auf die Hintermänner des Abschusses von MH17. Die bisherigen Ermittlungen nennt er "Schmarrn". "Wir suchen einen zweiten Edward Snowden"
Es ist das höchste Kopfgeld der Geschichte: Ein Unbekannter hat 30 Mio. Dollar ausgesetzt, um den mutmaßlichen Abschuss der Malaysia-Airlines-Maschine über der Ukraine aufzuklären. Dieses Kopfgeld wurde jetzt noch einmal um 17 Millionen erhöht. Für den richtigen Tipp winken jetzt also 47 Millionen Dollar.
Hinter der Aufklärungsoffensive steht die Wirtschaftsdetektei Wifka. Angeführt wird das private Ermittlerteam von Josef Resch. Dieser macht allerdings keine Angaben zum Auftraggeber.
Über den Schutz möglicher Informanten sagte Resch, man werde einen Weg finden. "Wir trampeln da einigen Mächten gehörig auf den Füßen herum. Von daher ist doch klar, dass wir vorsichtig sein müssen", sagte er. "Wer immer die Tat deckt, muss fürchten, dass er verraten wird. Und so, wie ich die Lage einschätze, soll bei dem Fall eine Menge vertuscht werden."
Resch bezweifelt die Aussagen des Bundesnachrichtendienstes (BND), die Behörde habe Satellitenbilder von den USA bekommen, die einwandfrei belegten, prorussische Separatisten hätten die Maschine mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen. Gegenüber 'Capital' bezeichnet Resch die BND-Theorie als "Schmarrn".
Bereits Mitte September hatte der Privatermittler aus Lübeck die erste millionenschwere Belohnung ausgesetzt. Seitdem habe er über 1.000 Mails, hunderte Anrufe und Dutzende Briefe mit Unterlagen erhalten. "Ich glaube, jeder Verschwörungstheoretiker dieser Erde hat sich bei mir gemeldet", sagte Resch. Aber es seien auch Informanten dabei, denen er Beachtung schenke.
"Wir sind jetzt in einer Phase, in der wir Gespräche führen. Von Angesicht zu Angesicht. Einem solchen Gespräch gehen Wochen der Anbahnung voraus. Noch kein eindeutiges Ergebnis "Meist über Mittelsmänner", erklärte Resch. Er und sein Team seien "ein gutes Stück weitergekommen". Ein eindeutiges Ergebnis könne er aber noch nicht präsentieren. "Fest steht, wir haben sehr gute Fälschungen erhalten. Denn mal waren angeblich für den Abschuss die Ukrainer, mal die Russen und mal die Separatisten verantwortlich. Es gibt also ein großes Interesse, uns aufwändige Fälschungen als echt zu verkaufen."



