"Es ist zum Schießen, ausgerechnet diese Währungstrickbetrüger, Islamarschlecker, Schulden in Himalaya-Größe Anhäufer, Völkergängeler, Denkverbote-Erlasser, Moral- und Traditionszerstörer sollen jetzt die Oberahnung vom Internet haben und uns sagen, wo es diesbezüglich langgeht."
Von Akif Pirinçci
DES SCHEISSELABERERS MONOPOL
Darf ich mich vorstellen, Christopher Lauer mein Name. Wie mich hier DIE ZEIT im Brustton der Honorigkeit ettiketiert, nämlich als "Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses", beruht in Wahrheit auf eine geistige Verwirrung längst vergessener Zeiten. Ich bin Mitglied der "Piratenpartei".
Erinnert sich noch jemand an diese Spinner? Das ist die Partei, welche die grün-rot versiffte Systempresse zur Installation einer weiteren grün-rot versifften Partei in das grün-rot versiffte Staatsgefüge einst monatelang hochgeschrieben hatte, daran aber irgendwann die Lust verlor und sich wieder auf die Hosianna-Rufe an echte Kommunisten von der LINKEN besann, so daß sie wieder von der Bildfläche verschwand. Zudem plädierte ich damals an vorderster Linie, daß Kreative durch die Änderung des Urheberrechts bestohlen und ihrer beruflichen Existenz beraubt werden sollten. Die Idee war so einfach wie genial: "Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses" wie ich kriegen ihre Kohle von eingetriebenen Steuergeldern am 1. des Monats und haben ihren Arsch im Trockenen, wogegen die kreativen Ärsche ihre Werke gefälligst verschenken und ihr Geld als Ziegenmelker beim Bauern verdienen sollen. Also ich finde Idee immer noch super.
Aber ich bin nicht nur genialer Vordenker in Sachen Netzpolitik, sondern auch hochbegabt, doch, doch, nahm sogar an einer Hochbegabtenförderung teil. Ich war so hochbegabt, daß ich mein Physikstudium erstmal abbrach und mich, äh, aufs Weiterstudieren verlegte. Mal studierte ich hier, mal dort, mal das, mal dies, ja, ich kam aus dem Studieren gar nicht mehr heraus. Eigentlich weiß ich selbst nicht, ob ich in irgendeinem dieser Fächer je einen Abschluß gemacht habe. Naja, irgendwann bin ich bei den Piraten gelandet. Und da das Jobcenter deren Mitglieder einmal im Jahr zum Arbeiten mahnt und zum Auffüllen von Regalen mit Laptops zu Media Markt schickt, gelten sie als Internetkoryphäen.
So auch ich. Deshalb hat mich DIE ZEIT gebeten, etwas gegen diesen Arschloch-Konzern Google zu schreiben. Daß ich in Wahrheit von Internet soviel Ahnung habe wie ein Grizlly von Klopapier-Verwenden spielt dabei keine Rolle. Zum Beispiel behaupte ich in meinem Geschreibsel, daß Google ein Monopol sei, ohne im Lexikon für Kinder nachgeguckt zu haben, was ein Monopol überhaupt ist. Ein Monopol ist ein meist vom Staat erzwungenes oder mittels krimineller Machenschaften aufrechterhaltenes ökonomisches Alleinherrschaftsgebilde, welches jedwede Konkurrenz entweder per Gesetz oder durch verbrecherische Vorteilnahme ausschaltet. Wenn aber die Daimler Benz AG einfach gute Autos baut, und die Leute kaufen wie bekloppt diese Autos und keine anderen, dann ist Daimler Benz kein Monopol, sondern eine sehr erfolgreiche Firma. Das ist natürlich zu hoch für einen Hochbegabten.
Google hindert niemanden daran, eine andere und effizientere Suchmaschine zu entwickeln, und auch bei ihren anderen schier göttlich zu nennenden Aktivitäten wie Google Earth oder Google Translate ist nicht bekannt, daß es in diesem Zusammenhang seinen Konkurrenten Schläger ins Haus geschickt hätte. Im Gegenteil, als seinerzeit hierzulande die Technikfeindlichkeit grassierte, DIE GRÜNEN allen Ernstes für ein Verbot von Personal Computern plädierten – hat man längst vergessen - und solche hochbegabten jungen Leute wie ich sich an Schienen festketteten, um Atommüll-Transporte zu blockieren, hatten auf der anderen Seite des Atlantiks andere junge Leute eine clevere Idee. Der Rest ist Geschichte. Es handelt sich hierbei um eine mit keinem einzigen Cent vom Staat subvensionierte Privatfirma, deren Eigentümer darin schalten und walten dürfen, wie es ihrem eigenen Vorteil nützt. Sie können jeden unliebsamen Konkurrenten von ihrer Seite verbannen, ihre Algorithmen manipulieren und zu Profitmaximierung ausgesuchte Adressen bevorzugen. Es ist halt ihr Ding, und wem das nicht paßt, soll Google halt meiden. Kein Mensch würde ihn daran hindern, schon gar keiner von Google.
Da man bei uns jedoch die digitale Revolution verschlafen hat, um nicht zu sagen bis zuletzt sabotiert, und den deutschen Medienunternehmen in Gestalt von rückläufigen Werbeeinnahmen nun mehr die Felle davon schwimmen, ruft man nach den Verbrechern von der EU, auf daß sie Google ihnen vom Halse schaffe, gar zerschlage.
Es ist zum Schießen, ausgerechnet diese Währungstrickbetrüger, Islamarschlecker, Schulden in Himalaya-Größe Anhäufer, Völkergängeler, Denkverbote-Erlasser, Moral- und Traditionszerstörer, in nationales Recht Pfuschende und unser Land mit uns inkompatiblen Unkulturen Penetrierer, ausgerechnet diese Totalversager, von denen nicht Wenige Kommunismus studiert haben und sonst nix und die nicht einmal den Unterschied zwischen Internet und Internat kennen, sollen jetzt die Oberahnung vom Internet haben und uns sagen, wo es diesbezüglich langgeht. Und ich als "Politiker" leiste gern meinen Beitrag dazu. In dem Artikel echauffiere ich mich künstlich über einen "Google-Fanboy" namens Jeff Jarvis, der Google in Schutz genommen hat und zudem unverschämterweise auch noch ein paar von dessen Aktien besitzt. Aber da kennt der meine Durchblicker-Qualitäten schlecht:
"Sein Text ist deshalb besonders fragwürdig, weil er durchweg Google mit dem Internet und das Internet mit Google verwechselt oder gleichsetzt."
Ein Wahnsinnsspruch, oder? Ich bin wirklich eine Granate. Anderseits: Natürlich ist Google nicht das Internet, doch ohne Google ist das Internet nichts. War heute schon fünfzigmal drin. Ich muß auch zugeben, daß Google im Gegensatz zu anderen Suchis wirklich alles findet. Aber Scheiß drauf, die von der ZEIT haben meinen Denkfehler auch nicht gemerkt.
"… ja, Google bedroht Medienkonzerne. Deswegen, weil Googles Geschäftsmodell das Geschäftsmodell ist, von dem die Medienbranche über Jahrzehnte gut lebte: Werbung … Das Unternehmen generiert fast 100 Prozent seines Umsatzes damit. Da sind natürlich die Unternehmen, die sich früher über den Verkauf von Werbung finanziert haben, nicht erfreut, wenn ein neues Unternehmen ihnen einen Teil dieser Umsätze streitig macht. Es ist daher überhaupt nicht überraschend, wenn sich diese Unternehmen wehren."
Ach, und wie wehren sie sich dagegen? Etwa indem sie ein besseres Produkt, als Google entwickeln? Nein, sie wehren sich, indem sie die Politik mit verheulten Augen darum bitten, Google doch bitte zu verbieten. Mehr oder weniger.
"Besonders lustig wird Jarvis' Lobbyvorwurf vor dem Hintergrund der von ihm unerwähnten Tatsache, dass Google selbst kräftig ins Säckel greift, um Politik in den USA und Deutschland zu beeinflussen. Allein in den USA hat Google in den ersten drei Quartalen des Jahres 2014 13 Millionen US-Dollar ausgegeben, um Politik durch Lobbyisten zu beeinflussen."
Wie gesagt, ich bin hochbegabt, deshalb verliere ich bisweilen den Überblick über die Dimensionen. Wie jeder Konzern betreibt Google Lobbyarbeit. Doch offensichtlich nicht ernsthaft. Denn wenn man bedenkt, daß allein Google-Mitbesitzer Sergey Brin ein Privatvermögen von ca. 31,8 Milliarden US-Dollar besitzt und die andere Google-Nase nochmal das Gleiche und wenn man noch die vom Unternehmen erwirtschafteten Gewinnmilliarden in Rechnung stellt, dann gibt Google im Verhältnis zu diesen Summen mit den lachhaften 13 Millionen Dollar rein gar nichts für Lobbyarbeit aus. Ganz im Gegensatz zu den Nutznießern der völlig nutzlosen Erneuerbare-Energie-Scheiße hierzulande, die ganze Familien ins Unglück stürzt, weil sie ihre gepfefferten Stromrechnungen nicht mehr begleichen können, und deren Schöpfer und Profiteur Hermann Scheer sogar am Gesetz eben dieser Scheiße mitschreiben durfte. Ohne auch ein Millönchen dafür zu zahlen. Das nenne ich Lobbyismus!
"Ein Internet nach Regeln deutscher und europäischer Gesetzgeber ist laut Jarvis schlecht. Ein Internet, das aufgrund von Googles Monopolstellung nach Googles Regeln funktioniert, ist gut. Dass Google durch sein Eindringen in den Werbemarkt eine über Jahrzehnte gewachsene Branche ins Schwanken bringt, findet er in Ordnung. Ist halt so."
Exakt, ist halt so. Der Schlechtere verschwindet eben vom Markt. Wo ist da der Widerspruch? Oder soll man sich das so vorstellen, daß erfolgreiche Unternehmen solange vom "deutschen und europäischen Gesetzgeber" gegängelt und gepiesackt werden, bis sie den Laden schließen? Dann fangen wir doch bei VW gleich an oder beim deutschen Maschinenbau. Ich glaube, die machen der ausländischen Konkurrenz ziemlich das Leben schwer. Solche Folgerichtigkeiten verstehen eben nur Hochbegabte.
"Dieses Problem wäre übrigens dann gelöst, wenn das Kartellamt Googles Suchdienst als `wesentliche Einrichtung´ definieren würde. Wesentliche Einrichtungen sind im Kartellrecht Infrastrukturen wie zum Beispiel das Stromnetz, die so groß und beherrschend sind, dass Unternehmen diese Infrastruktur nutzen müssen, um Geschäfte überhaupt machen zu können."
Noch toller wäre es, wenn man Google dazu verpflichtete, für "Tante Annas Coffeeshop" gratis Werbung zu machen. Sie hat sich nämlich darüber beschwert, daß ihre Klitsche nicht als erste in der Suchanzeige erscheint, wenn man Kaffepause tippt. Nicht falsch verstehen, ich als Politiker will Google gar nicht weg haben, sondern nur verstaatlichen. Und wie bei jedem verstaatlichten Betrieb würde dann auch das Internet schwuppdiwupp einem Schlaraffenland gleichen.
"Die bemerkenswertesten Zeilen in seinem ganzen Stück, die mich fassungslos zurückgelassen haben: `In dieser Debatte über Privatsphäre erinnert man mich oft daran, dass Deutschlands jüngste politische und kulturelle Geschichte von zentraler Bedeutung ist für sein verbissenes Streben nach dem Schutz persönlicher Daten. Das mag schon stimmen.´ Was spielt er da denn herunter? Die Nazizeit? Die DDR? Es sei hier deutlich gesagt: So etwas wie der Holocaust wäre ohne eine umfangreiche Datenerfassung der Bevölkerung und entsprechende Verarbeitung der Informationen mit Lochkartenmaschinen in diesem industriellen Maßstab nicht möglich gewesen. Diesen Teil der Deutschen Geschichte mit einem `Das mag schon stimmen´ zu würdigen, ist monströs."
Schwachsinn, das ist überhaupt nicht monströs, sondern nur mein Doofgelaber. Damit Google gleich mal mit der Judenvernichtung assoziiert wird, mache ich aus einem Nebensatz ein KZ und aus einem Furz einen Taifun. Die Nazikeule ist halt die Krücke des deutschen Politikers, ob Pirat oder CSU Oberbayern. Und ich bin schlau!
"Das macht Jarvis' Propaganda so wertlos: Letztlich predigt er das Nichtstun, das Erstarren im Status quo, der dann von Google gestaltet werden kann."
Dagegen wäre es doch viel besser, wenn wir nicht im im Status quo erstarren und etwas tun würden. Ich meine jetzt nicht, selber innovative Ideen und Geschäftsmodelle fürs Internet entwickeln, nein, dafür studieren zu viele bei uns Sozialpädagogik und wollen 80 Prozent der Studierenden beim Staat angestellt werden, sondern wir sollten fleißig und jeden Tag den Europäischen Gerichtshof anrufen, damit er so ein Teufelszeug verbietet.
So, leider muß ich hier enden. Ich wollte noch zur Bank und überprüfen, ob mein Abgeordnetengehalt für diesen Monat vom Finanzamt schon überwiesen worden ist. Wie lange hat die Bank überhaupt auf? Na, das google ich mal gleich …



