Über 4000 EU-Beamte kassieren mehr Gehalt als Bundeskanzlerin Merkel. Richtig schön wird's allerding erst, wenn's mit 61 in Rente geht: Ex-EU-Boss Van Rompuy kassiert allein in den nächsten drei Jahren rund 700.000 Euro.
Wer einmal bei der EU ein schönes Pöstchen hatte, dem tut nichts mehr weh. So erhält beispielsweise Ex-EU-Rat-Boss Herman Van Rompuy in den kommenden drei Jahren pro Jahr ein Gehalt von rund 168.000 Euro, berichtet der britische Telegraph. Das entspricht 55 Prozent seines Grundgehalts als Präsident des EU-Rats und ist ein sogenanntes "Übergangsgeld". Auch die anderen Kommissare kommen selbstverständlich in den Genuss solcher Extrazahlungen, wenn sie ihren Job abgeben.
Aber damit nicht genug: Hinzu kommt bei Van Rompuy eine einmalige Zahlung in Höhe von etwa 26.000 Euro und ab dem Alter von 67 Jahren eine Rente in Höhe etwa 65.000 Euro. Macht alles zusammen rund 700.000 Euro in den nächsten drei Jahren. (Rompuy wurde Ende Oktober 67, - die meisten EU-Chefs verabschieden sich aber schon früher in die Rente, s.u.)
Aber auch das reicht auch noch nicht. Die EU-Beamte haben sich nämlich eine eigene Steueroase geschaffen mit einem maximalen Steuersatz von 25%.
Steuerparadies Brüssel
Damit von dem Gehalt auch möglichst viel übrig bleibt, schufen die Eurokraten für sich besondere Steuerregeln. Laut Steuerexperten zahlt ein EU-Beamter mit einem Grundgehalt von 7.600 Euro im Vergleich zu einem heimischen Arbeitnehmer praktisch keine Einkommenssteuer: Ganze 900 Euro oder 12 Prozent kriegt der Fiskus. Dagegen müssen die Untertanen in Deutschland bei gleichem Einkommen mehr als drei Mal höhere Steuern zahlen.
Außerdem: die EU-Zulagen sind für Eurokraten völlig steuerbefreit. Für normale Arbeiter in Deutschland dagegen sind Zulagen steuerpflichtig! - Der maximale Steuersatz haben sich die EU-Bonzen auf komfortable 25% festegelegt - etwas, von dem die schuftenden Untertanen nur träumen!
Die Privilegien der EU-Beamten
- Das Einstiegsgehalt liegt bei 2.654 Euro – das Grundgehalt eines Spitzenbeamten beträgt 18.370 Euro, ohne Zulagen.
- EU-"Köngie" erhalten bis zu 24000 Euro. Laut EU-Selbstauskunft „verdienen“ allein offiziell 37 Top-Beamte 24000 Euro pro Monat (mit Zulagen also mehr als die Bundeskanzlerin). Doch diese "Bescheidenheit" trügt. Inklusive Zulagen und Steuervorteil sind es laut "WELT" derzeit genau 4365 EU-Beamte, die mehr als die Bundeskanzlerin verdienen. Und sie wollen noch mehr. Anders als in der Industrie, wo Lohnkürzungen teilweise Realität sind, pochen die EU-Bonzen auf garantierte Gehaltserhöhungen. Noch im November forderten sie ein Gehaltsplus von 8,8%.
- Die Zulagen können bis zu 23 Prozent an Extra-Einkommen ermöglichen.
- Die Wochenarbeitszeit beträgt lächerliche 37,5 Stunden.
- Für verheiratete Beamte kommen monatlich mindestens 243 Euro Haushaltszulage hinzu. Und für jedes Kind gibt es einen Zuschlag von 372 Euro.
- Und nun kommt der erste Hammer: Für Eurokraten gelten minimale Steuern: Der Steuersatz beträgt nur maximal 25 Prozent!
Doch weiter gehts:
- Statt der in Deutschland und Österreich üblichen zwei Tage, gibt es auf EU-Ebene vier Tage für die eigene Hochzeit frei.
- Angenehm sind auch die sogenannten Büroschließtage, die nicht vom Urlaub abgezogen werden. Diese Schließtage, diese Jahr sind es sieben, fallen gerne auf den 2. Januar oder 27. und 28. Dezember.
- Fliegt der Beamte auf Urlaub, bekommt er je nach Entfernung seines Heimatlandes von Brüssel bis zu sechs zusätzliche Reisetage bewilligt.
- Für Arbeitseinsatz jenseits der 37,5-Stunden-Woche gibt es bis zu zwölf zusätzliche Zeitausgleichstage pro Jahr für Beamte in niederen Gehaltsstufen
- Der Bund der deutschen Steuerzahler hat errechnet, dass so in Summe ein Urlaubsanspruch von bis zu 67 Tagen im Jahr besteht. Ein EU-Beamter im Auswärtigen Dienst kommt inklusive Sonder- und Erschwerniszulagen gar auf rund 17 Urlaubswochen oder 88 freie Tage.
- Und noch ein Hammer: Die (Heim-)Reisekosten für Verwaltungsbedienstete und deren Angehörige werden einmalig am Ende des Jahres pauschal abgegolten – ungeachtet dessen, ob sie beansprucht werden oder eben nicht!
- Dazu gibt es Einrichtungs-und Wiedereinrichtungshilfe bei Dienstan- und -austritt, jeweils in der Höhe zweier Grundgehälter, fallweise Mietkostenzuschuss und eine Kostenpauschale für Dienstreisen – die nicht belegt werden müssen!
- Und weil besonders Spitzenbeamte so hart arbeiten, gönnen sie sich die Rente durchschnittlich schon ab 61 Jahren. Offiziell darf ein männlicher EU-Beamter zwar erst mit 63 in Rente gehen, doch die bis dahin hält es kaum jemand aus. Damit der Luxus aber auch im Rentenalter garantiert ist, erhält etwa ein EU-Generaldirektor, der 22.000 Euro brutto pro Monat kassiert, eine Rente von bis zu 12.600 Euro.
Aber das reicht alles noch nicht. In ihrer Geldgier wurden Abgeordnete des Europäischen Parlaments auf frischer Tat beim Spesenbetrug ertappt. Der Trick: Man trägt sich in Anwesenheitslisten ein, kassiert Tagesgeld - obwohl man gar nicht da ist, sondern schon auf dem Heimweg. Laut einem Bericht des Hamburger Magazins "Stern" besteht gar der Verdacht, dass einzelne Europa-Abgeordnete Strohleute zum Unterschreiben im Zentralregister des Parlaments geschickt hätten, obwohl sie selbst an diesen Tagen gar nicht anwesend waren.
Video-Doku: Grüne EU Abgeordnete - Spesenbetrug im EU-Parlament
EU-Beamte: Geld verdienen im Schlaf



