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Öl 40, DAX 9000?

Der abstürzende Ölpreis wirft auch immer mehr Fragen auf, ob dies ein Indikator für die Weltwirtschaft und die Börsen sein könnte. Der bevorstehende 3-fache Hexensabbath an den Aktienmärkten lässt nach dem Einsturz an den Börsen letzte Woche nichts Gutes erahnen.

 

von Jochen Steffens

Der DAX rauschte am Freitag mehr als 2,5 Prozent ins Minus. Damit wird immer wahrscheinlicher, dass der DAX am kommenden Freitag, dem großen Verfallstag, unterhalb der 10.000er Marke notiert und damit die große Stillhalterposition nicht ins Geld läuft (siehe Steffens Daily vom 09.Dezember 2014).

Eine weitere Prognose aus dem Steffens Daily bewahrheitet sich ebenfalls immer mehr: Am 02. Dezember 2014 hatte ich geschrieben, dass die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rücksetzers beim Ölpreis nach einer  kurzen Gegenbewegung im Bereich der 70-Dollar-Marke wahrscheinlich ist. Das  nächste Kursziel liegt dann bei 50 Dollar. Zudem hatte ich geschrieben, dass der Ölpreis sogar noch auf 40 Dollar fallen könnte, wenn die weitere Abwärtsbewegung genauso dynamisch verläuft wie zuvor. Schauen wir auf den Chart:

 

 

Wir sehen nun, dass die Gegenbewegung an der 70-Dollar-Marke wirklich nur sehr kurz war – so dass sie in diesem Chart kaum erkennen ist. Mittlerweile erreicht der Ölpreis die 60-Dollar-Marke und fällt weiter wie ein Stein. Die 50er Marke als wichtige Unterstützung kommt damit in Reichweite. Sie erinnern sich sicherlich auch, dass ich davor gewarnt hatte, gegen diesen Trend zu traden – weil das Chance/Risiko Verhältnis einfach schlecht ist. Gleichzeitig hatte ich geschrieben, dass Öl bei 50 Dollar wieder interessant wird. Dabei ist allerdings zu beachten, dass bei dieser starken Dynamik zumindest kurzfristig auch die 40-Dollar-Marke angelaufen werden kann (Sell Off).

 

Wollen bald alle "in Öl machen"?

Das einzige, was mich dabei ein wenig verunsichert, ist, dass mich mittlerweile mehrere Trader darauf angesprochen haben, ob man Öl nicht „langfristig“ kaufen sollte. Es wäre doch egal, wenn der Preis noch etwas zurückkommt. Schließlich ist Öl doch langfristig gesehen ein knappes Gut.

 

Warum mich das verunsichert? In den meisten Fällen, in denen viele Leute in meinem Umfeld auf die gleiche Idee gekommen sind, funktionierten diese nicht. Das jüngste Beispiele dazu war der Bund-Future, der mittlerweile seit mehreren Jahren von allen möglichen Anlegern und Tradern mit tatsächlich sehr vernünftigen Argumenten geshortet wurde (sie setzten auf fallende Kurse). Und was ist passiert? Gerade steigt er auf ein neues Allzeithoch und läuft die 155-Euro-Marke an. Unfassbar, jeder vernünftige Volkswirtschaftler hätte jede Wette gewettet, dass solche Kursmarken nie erreicht werden. Aber es ist Realität. Und das meine ich übrigens damit, wenn ich hier schreibe: Traden Sie nicht gegen den Trend, insbesondere, wenn der Trend derart dynamisch ist. Egal, wie irreal die Kursentwicklung auch ist. Denn meistens laufen solche Trends länger, als man denkt. Und das gilt eben im Moment auch für Öl.

 

Und so bin ich sehr gespannt, was mit dem Ölpreis in den kommenden Wochen geschieht. Wobei allerdings Öl im Gegensatz zu Aktien ein Verbrauchsgut ist und hier etwas andere Regeln herrschen. Aber ich könnte mir trotzdem vorstellen, dass er einfach noch eine Weile nach unten übertreibt, nur um all die Anleger zu demoralisieren, die sich nun in die Gegenrichtung positionieren. Trotzdem halte ich hier, sofern sich ein klarer Boden im Bereich der 50-Dollar-Marke abzeichnet, erste kleinere Positionen auf längerfristige Sicht gesehen für interessant. Positionen, die man eben aufstocken kann, wenn es weiter fällt oder wieder anzieht.

www.stockstreet.de

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