Wie weit gehts mit Gold nach oben? - Gold kostet erstmals seit Frühjahr 2013 wieder mehr als Platin. - Dollar / Euro: Gegenreaktion?
Von Commerzbank Commodity Research
Gold übersteigt heute Morgen erstmals seit Mitte August wieder die Marke von 1.300 USD je Feinunze. In Euro gerechnet verteuert sich das Edelmetall weiter auf rund 1.125 EUR je Feinunze, den höchsten Stand seit Mai 2013. Nach wie vor kommt es zu Zuflüssen in die Gold-ETFs. So wurden auch gestern die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs um 11,7 Tonnen erhöht. Seit der Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank letzten Donnerstag, den EUR-CHF-Mindestkurs aufzugeben, sind den Gold-ETFs fast 38 Tonnen Gold zugeflossen.
Zum gestrigen Preisanstieg dürfte auch die Meldung des Internationalen Währungsfonds (IWF) beigetragen haben, wonach dieser ähnlich wie die Weltbank zuvor seine Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 3,5% reduziert hatte. Das Wachstum soll sich laut IWF mit Ausnahme der USA in nahezu allen anderen Ländern abschwächen.
Im Fahrwasser von Gold haben sich auch die anderen Edelmetalle merklich verteuert: Silber ist auf ein 4-Monatshoch von 18,3 USD je Feinunze gestiegen, Platin handelt auf dem höchsten Stand seit 3½ Monaten und auch Palladium hat einen Teil seiner Verluste der letzten Woche bereits wieder aufholen können. Da Gold in den letzten Wochen stärker als Platin gestiegen ist, kostet Gold aktuell fast 20 USD je Feinunze mehr als Platin. Dies ist die höchste Preisdifferenz seit April 2013. Gerade im Schmuckbereich wird Platin somit wieder attraktiver, was den Platinpreis unterstützen sollte.
USD-Euro heute etwas erholt - hier blickt man mit Spannung auf die EZB morgen. Am Markt heißt es, dass die Shortpositionen gegen Euro dramatisch zugenommen hätte, so dass in Sachen Euro-Schwäche mit einer Gegenreaktion gerechnet werden kann.



