Niederländische Zentralbank kaufte im Dezember erstmals seit 16 Jahren 9,6 Tonnen Gold. Insgesamt haben die Zentralbanken im Vorjahr wohl ähnlich wie auch ein Jahr zuvor über 400 Tonnen Gold gekauft. Stärkste Zuflüsse in die Gold-ETFs seit mehr als drei Jahren. - Euro erholt.
Von Commerzbank Commodity Research
Die Preiskorrektur bei Gold setzt sich fort. Am Morgen ist der Preis auf 1.275 USD je Feinunze bzw. 1.130 EUR je Feinunze gefallen. Wir erachten die derzeitige Schwächephase nur als vorübergehend. So zeigen die ETF-Anleger anhaltendes Interesse an Gold und haben zuletzt weitere 3,2 Tonnen Gold zugekauft. Insgesamt sind die Gold-ETF-Bestände seit Mitte Januar um über 50 Tonnen gestiegen. Das ist der stärkste Anstieg in einem solchen Zeitraum seit über 3 Jahren.
Dass Gold auch von den Zentralbanken nicht mehr als „barbarisches Relikt“ wie einst von Keynes bezeichnet angesehen wird, sondern als eine Diversifizierungsanlage und Alternativwährung, sieht man deutlich an deren Handlungen in den letzten Jahren.
Zu den zahlreichen Zentralbanken aus den Schwellenländern, die in den vergangenen Jahren Gold zugekauft haben, hat sich nun auch De Nederlandsche Bank gesellt, die eigentlich zu den Unterzeichnern des Washingtoner Goldabkommens gehörte. Im Dezember hat sie laut IWF 9,61 Tonnen zugekauft, erstmals seit 1998.
Die grundlegende Änderung der Haltung der niederländischen Zentralbank zu Gold wird zusätzlich dadurch unterstrichen, dass im November 120 Tonnen von den USA zurück nach Holland gebracht wurden. Auch Russland hat im Dezember weiter über 20 Tonnen Gold zugekauft. Damit liegen die russischen Goldreserven inzwischen bei mehr als 1.200 Tonnen.
Insgesamt haben die Zentralbanken im Vorjahr wohl ähnlich wie auch ein Jahr zuvor über 400 Tonnen Gold gekauft.
Der Euro konnte sich von seinen Tiefstkursen am Montag weiter etwas erholen. Am Markt wird von Einddeckungskäufen gesprochen.



