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GRÜNE: Verständnis für GR-Reparationsforderungen

Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, hat Verständnis für griechische Reparationsforderungen. - Historiker kritisiert griechische Reparationsforderungen scharf. - AfD: Lucke nennt Tsipras-Forderungen unverschämt.

 

Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, hat Verständnis für die vom griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras gegen Deutschland erhobenen Reparationsforderungen aus dem Zweiten Weltkrieg gezeigt. "Die Forderung klingt doch eher innenpolitisch motiviert, was man vor dem Hintergrund der antigriechischen Stimmungsmache deutscher Medien auch verstehen kann", sagte Beck dem "Handelsblatt" (Online-Ausgabe).
 
 
Historiker kritisiert griechische Reparationsforderungen scharf
 
Der Historiker Michael Wolffsohn hat mit scharfer Kritik darauf reagiert, dass der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras seine Wahlversprechen unter anderem mit Geld aus Deutschland finanzieren will. In einer Rede vor dem Parlament in Athen hatte Tsipras es seine "moralische Pflicht" genannt, Reparationsforderungen aus der Nazi-Zeit einzutreiben.
 
Wolffsohn erklärte dazu in einem Beitrag für das "Handelsblatt" (Online-Ausgabe): "Wenn heute die deutsch-griechische Geschichte in Zeiten von Weltkrieg und Holocaust thematisiert wird, muss auch über die Kollaboration von Griechen mit Nazis, SS und Wehrmacht gegen Juden, Kommunisten und Partisanen gesprochen werden. So klein war die diese Mitarbeit nicht. Wer H wie Hitler sagt, muss auch die eigene Geschichte von A bis Z durchgehen."
 
Unabhängig davon schätzt Wolffsohn die Chancen auf Durchsetzung der griechischen Reparationsforderungen äußerst gering ein. Schon frühere griechische Regierungen hätten seit Jahrzehnten mehrfach diese Forderungen gestellt - auch vor internationalen Gerichtshöfen. "Stets waren sie gescheitert, denn, anders als im Versailler Vertrag nach dem Ersten Weltkrieg, sollte (West-) Deutschland nicht zusätzlich geschwächt, sondern in seiner Erneuerung gestärkt werden", erklärte der Historiker.
 

Lucke nennt Tsipras-Forderungen unverschämt

Die Regierungserklärung des griechischen Ministerpräsidenten Tsipras wurde von AfD-Bundessprecher Bernd Lucke scharf kritisiert. "Tsipras täuscht die Öffentlichkeit, wenn er jetzt eine Schuldenrestrukturierung statt eines Schuldenschnitts fordert. Das ist ökonomisch genau dasselbe." sagte der Wirtschaftsprofessor, der früher an der Universität Hamburg lehrte. "Dieser Etikettenschwindel ist ein reiner Marketingtrick. Tatsächlich hat Tsipras jedes Maß verloren: Griechenland soll weniger Schulden zurückzahlen, Griechenland will höhere Staatsausgaben finanzieren und dann fordert Griechenland noch Reparationen von Deutschland. Angesichts der Leistungen, die Deutschland seit fünf Jahren für Griechenland erbringt, ist das nur noch unverschämt".

Tsipras solle sich bewusst sein, dass Griechenland der Bittsteller und Deutschland und die andern Euroländer die Geldgeber seien.  "Dieses ganze Imponiergehabe kann sich Tsipras nur leisten, weil die Bundesregierung um jeden Preis verhindern will, dass Griechenland aus dem Euro ausscheidet", sagte der Europaabgeordnete. "Die Bundesregierung hat sich ihrer stärksten Waffe beraubt: Tsipras die Kredite zu sperren und Griechenland aus dem Euro ausscheiden zu lassen. Solange Frau Merkel nicht den Mut hat, Tsipras gehörig in die Schranken zu weisen, bleibt die Bundesrepublik erpressbar und wird auf unabsehbare Zeit Griechenland finanzieren müssen."

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