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Vertreibung aus dem Paradies - Der Fluch der Arbeit

Der biblische Fluch wirkt bis heute fort, und bis heute muss der Mensch trotz allen Fortschritts und gewaltiger Steigerung der Produktivität als einziges aller höheren Lebewesen 8-12 Stunden täglicher, meist entfremdeter und einseitiger Arbeit leisten, um im Wesentlichen zu essen und ein Dach über dem Kopf zu haben.

 

Von PecuniaOlet

Circa 135 000 von 150 000 Jahren lebte der heutige Mensch als Angehöriger sogenannter Wildbeuterkulturen, als Fischer, Jäger und Sammler. Als integrativer Bestandteil der Natur nahm er sich von dieser nur das, was er zum Leben brauchte und war mit dieser Lebensweise augenscheinlich sehr lange sehr erfolgreich. Wildbeuterkulturen tropischer und subtropischer Regionen benötigten gerade mal zwischen 2 und 5 Stunden täglich, um ihre Nahrung inklusive deren Verarbeitung und Zubereitung sicherzustellen. Dabei erlitten sie zu keinem Zeitpunkt einen Mangel (Marshall Sahlins, amerikanischer Anthropologe) und erreichten offenbar (ohne Berücksichtigung der Sterblichkeit Neugeborener) ein beachtenswert hohes Alter. In heutigen Jäger- und Sammlerkulturen ohne moderne medizinische Versorgung liegt die durchschnittliche Lebenserwartung zwischen 68 und 78 Jahren, während heute 20-jährige Bewohner mancher Entwicklungsländer (hier Botswana) im Durchschnitt nicht älter als 54 Jahre alt werden.

 

Angehörige dieser Kulturen trafen ihre Entscheidungen „demokratisch“ und lebten in akephalen (herrschaftsfreien) Gruppen, in welcher jedes Mitglied zur Versorgung seinen Beitrag leistete. Moderne libertäre Gesellschaftsentwürfe (Anarchokapitalismus, libertärer Kommunismus etc.) greifen in ihrer Grundidee im Wesentlichen auf diese Urformen gesellschaftlicher Strukturen zurück. Zu jener Zeit gab es "kostenlos" und meist im Überfluss antibiotika- und hormonfreies „Bio-Fleisch“, frischen Fisch ohne "Quecksilberbeigabe", reines Wasser , wilden Honig und vitamin- und mineralstoffreiche Beeren mit verstärkt antioxidativer Wirkung samt frischen Früchten, Kräutern und Getreide unmittelbar „vor der Haustüre“. Die Menschen waren durchschnittlich 20-30 cm größer als ihre im Zuge der "Neolithischen Revolution" sesshaft gewordenen Nachfahren, verfügten über eine bessere Konstitution, stärkere Abwehrkräfte und deutlich mehr Zeit.

 

Weshalb in aller Welt gingen sie dann irgendwann zu Ackerbau und Viehzucht über? Was veranlasste sie, den „Garten Eden“ zu verlassen, um fortan täglich zwölf Stunden und mehr auf dem Acker zu schuften und mühsam Vieh zu domestizieren? Wurden es zu viele? War die Ernährung nicht mehr sichergestellt? Fand ein Klimawandel statt?

 

Gegen den Klimawandel als primäre Ursache spricht, dass manche solcher Kulturen selbst noch nach tausend Jahren wieder zum Jäger- und Sammlerdasein zurückkehrten, nachdem sie sich aufgrund eines zeitlich befristeten Klimawandels vorübergehend als „Bauern“ angepasst hatten. Auch Nahrung war nach wie vor vorhanden und die Bevölkerung wuchs erst im Zuge der Sesshaftigkeit in entsprechendem Ausmaß. Die Menschen nach der Neolithischen Revolution wurden anfälliger für Krankheiten und die Lebenserwartung sank drastisch aufgrund einseitiger Mangelernährung, belastender Arbeit und des Auftretens neuer Infektionskrankheiten, die durch den engen und häufigen Kontakt mit nicht artgerecht gehaltenem Vieh vermehrt beobachtet wurden. So sollen zum Beispiel die Masern von einer bestimmten Art der Rinderpest stammen. Der Wuchs der Menschen wurde kleiner und die Konstitution verschlechterte sich zusehends.

 

Warum um Himmels willen hat der Mensch sich das angetan?

Diese Frage ist ein wenig verwandt mit der Frage, weshalb sich Menschen freiwillig in die Luft sprengen. Im Wesentlichen ging es um Religion.

Der vergangenes Jahr im Alter von 60 Jahren leider verstorbene Prähistoriker Klaus Peter Schmidt leitete ab 1995 die Ausgrabungen der Göbelkli Tepe, einem Langzeitprojekt des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin, nahe der südostanatolischen Stadt Sanliurfa. Bei den dort Mitte der Neunziger Jahre entdeckten prähistorischen Steinkreisanlagen, deren erste Nutzungsphase bis ca. 10 000 vor Christus zurückreicht, handelt es sich nach Aussagen Schmidts aller Wahrscheinlichkeit nach um ein steinzeitliches Bergheiligtum. Gleichzeitig wurden in dieser Gegend wilde Getreidesorten entdeckt, deren Ursprungs angeblich alle heutigen domestizierten Getreidesorten sind (nicht alles kommt von „Monsanto“). Da die entdeckten Anlagen und die Umgebung keinerlei Wohnnutzung aufweisen, liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei den Erbauern um eine Wildbeuterkultur handelte, die sich auf dem Übergang zu Ackerbau und Viehzucht befand. Die Erstellung dieser sakralen Anlage nahm indes vermutlich mehrere Jahrhunderte in Anspruch, während die Menschen durch die Verehrung der die Anlage gewidmeten Gottheit sich an diesen Ort dauerhaft gebunden fühlten, was eine Anpassung bezüglich der Nahrungsbeschaffung erforderlich gemacht haben könnte.

 

Einige internationale Forscher vermuten sogar, dort den aus der Bibel bekannten „Garten Eden“ entdeckt zu haben, in dem der Sündenfall stattfand. http://www.bz-berlin.de/artikel-archiv/forscher-entdecken-garten-eden

Was geschah in dieser Zeit, die das Schicksal der Menschheit in so gravierender Weise prägte und in welcher auch „Stonehenge“ erbaut wurde? Welcher entscheidende Gedanke, welche Idee, welche Gottheit, welche Erkenntnis hatte die Menschheit dazu bewogen, ihr irdisches Paradies zu verlassen, um von nun an ein Leben mühevoller Arbeit mit folgender Versklavung und Unterdrückung zu führen?

„Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis daß du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.“ 1.Mose 3:19

 

Hatte sich dieser Fluch nach dem Sündenfall ausgerechnet in der Umgebung des „Garten Edens“ erfüllt? Was war die Erbsünde, der entscheidende Frevel des Menschen? War es die Versuchung, es Gott gleichzutun und die Natur durch Domestizierung zu beeinflussen, obwohl alles im Überfluss vorhanden war? Man weiß es nicht genau! Manch einer glaubt dabei an Außerirdische. Däniken lässt grüßen!

Dieser biblische Fluch wirkt jedenfalls bis heute fort, und bis heute muss der Mensch trotz allen Fortschritts und gewaltiger Steigerung der Produktivität als einziges aller höheren Lebewesen 8-12 Stunden täglicher, meist entfremdeter und einseitiger Arbeit leisten, um im Wesentlichen zu essen und ein Dach über dem Kopf zu haben.

 

Der neuen Lebensform folgten Hungersnöte durch Missernten. In Jahren der Überschüsse mussten diese verwaltet und geschützt werden. Überschüsse wecken Begehrlichkeiten. Der Wildbeuter wurde zum Menschenbeuter, zum Sklavenhalter oder zum gehorsamen Untertan. In jener Zeit schieden sich sie Wölfe von den Schäflein, die Herren von den Sklaven, das Volk von den Herrschenden oder es wurden zumindest durch das Notwendigwerden vorstaatlicher Strukturen die Grundlagen dazu geschaffen. Die ursprüngliche Freiheit des Menschen, nach der ihn eine unendliche Sehnsucht plagt, war dahin.

 

Am Ende dieser Prozesse standen der Staat und die Steuer. Die Peitsche wurde ersetzt durch das fraktale, zu ständigem Wachstum zwingende Schuldgeldsystem und die „Menschenbeuter“ sind ganz legal an der Macht - oder die einen oder anderen Eigner von Banken. Der Personalausweis ersetzt das Brandzeichen – In Bälde vielleicht ein Chip. Der Wille zur Macht entstammt dem Willen zur Beute. Nicht umgekehrt.

 

Man mag ein Hohelied auf die Entwicklung mancher Kultur singen, aber: Die vielgepriesene und verlorene Freiheit brachte sie nicht wieder. Ganz im Gegenteil. Die Kultur als Surrogat der verlorenen Natur, der Entfremdung des Menschen und des Verlusts seiner Unschuld wirkte zerstörerischer als alle bis dato dagewesenen Naturkatastrophen. Die moderne Wissenschaft und die Entwicklung hocheffizienter Tötungsmechanismen und -maschinen haben das Ihrige getan und sind noch nicht am Ende sowohl ihrer Möglichkeiten als auch ihres Einsatzwillens.

 

Man mag begeistert sein über die Entstehung und Entwicklung unserer plastischen Kunst, Literatur und Musik. Vielleicht ist das aber auch nur ein schaler Ersatz für einen möglich gewesenen und verpassten spirituellen Fortschritt des Menschen. Der Mensch kann sich nun mal ein Paradies nur auf Erden und mittels seiner irdischen Sinnen vorstellen. Beim Nirwana versagt er in der Regel. Und das ist auch gut so. http://homment.com/jEVGgUFkJr

via homment.com

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