Starker Gegenwind für Edelmetalle, Platinpreis fällt auf niedrigstes Niveau seit Juli 2009
Von Commerzbank Commodity Research
Über den Edelmetallen verdüstert sich aktuell der Himmel. Gold markiert bei 1.155 USD je Feinunze den tiefsten Stand seit Anfang Dezember und profitiert damit nicht von den neu aufgekommenen Unsicherheiten hinsichtlich Griechenland.
Wind schlägt Gold vom sehr festen US-Dollar, höheren US-Anleiherenditen und steigenden Aktienmärkten entgegen. Auch dürften sich die spekulativen Finanzanleger weiter aus dem Goldmarkt zurückgezogen haben.
Die ETF-Investoren jedenfalls haben bereits weiter Anteile verkauft. So verzeichneten die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs gestern den neunten Tag in Folge Abflüsse. Seit Monatsbeginn wurden die Bestände mittlerweile um 18,3 Tonnen reduziert.
Im Fahrwasser von Gold steht auch Silber unter Druck, das bei 15,6 USD je Feinunze ein 2-Monatstief markiert. Hier hatten die spekulativen Finanzinvestoren zuletzt ebenfalls ihre Netto-Long-Positionen deutlich reduziert. Eine ausgeprägte Preisschwäche ist auch bei Platin auszumachen.
Das hauptsächlich in der Auto- und Schmuckindustrie verwendete Edelmetall fällt heute Morgen auf 1.130 USD je Feinunze, den tiefsten Stand seit Juli 2009. Damit hat sich Platin jüngst auch deutlich schwächer als Palladium entwickelt. Das Platin/Palladium-Verhältnis (1,4) ist auf ein 13-Jahrestief gefallen. Die Preisschwäche zu erklären fällt schwer. Denn die Netto-Long-Positionen der spekulativen Finanzinvestoren zeigten sich zuletzt stabil und die Platin-ETFs verzeichneten sogar moderate Zuflüsse. Zudem ist der globale Platinmarkt aus fundamentaler Sicht u.E. stark angespannt.



