Flugsicherheitsexperten warnen vor möglichen Sicherheitslücken in Flugzeugen. Besonders gefährdet scheinen Flieger, in denen Internetzugang möglich ist. In einem Fall sei es sogar gelungen, die Navigation eines Jets mit dem Smartphone zu übernehmen.
Der Fall des mysteriösen Verschwindens von Malaysia Airlines MH370 wird um eine interessante Facette bereichert: Ein Report des US Government Accountability Office (GAO) bemängelt, dass die Sicherheitssysteme von Flugzeugen nicht genügend gegen Cyber-Angriffe gewappnet sind. Im schlimmsten Fall könnten Hacker die Kontrolle über ein Flugzeug erlangen.
Das gilt besonders für Flieger, in denen Internet via WiFi möglich ist. Die Bordelektronik sei zwar durch eine Firewall vom Internet getrennt, findige IT-Experten könnten diesen Schutz jedoch überwinden und in die Steuerungselektronik des Flugzeugs eingreifen.
Der Übergriff könnte zum einen von einem Passagier erfolgen, die Verfasser des Reports sehen aber auch den Einsatz von Smartphones und Tablets im Cockpit als kritisch an. Denn die mobilen Geräte könnten von Angreifern präpariert Einfluss auf die Steuerelektronik nehmen.
Wenn das Flugzeug eine Internetverbindung hat sei sogar eine Fernsteuerung vom Boden aus möglich, warnen die Autoren des Reports.
Aktuell sei zwar noch kein Flugzeug über die geschilderten Wege angegriffen worden. Ganz abwegig sind derartige Attacken aber nicht, denn im Jahr 2013 habe ein Sicherheitsbeauftragter mit einem Smartphone die Kontrolle über das Navigations-System erlangt und stand in Kontakt mit der Flugleitung. Die Sicherheitslücke im Navigations-System wurde danach angeblich beseitigt.
Etwa ein Jahr später verschwand MH370 unter bisher ungeklärten Umständen.
MH370
Der Malaysia-Airlines-Flug MH370 verschwand am 8. März 2014 um 01:21 Uhr Ortszeit aus der Überwachung der Flugverkehrskontrolle. Seither ist das Flugzeug verschollen. #
Nachdem die Behörden zunächst von einem Flugzeugabsturz im Golf von Thailand ausgegangen waren, wurde im Verlauf der folgenden Tage bekannt, dass das Flugzeug offenbar den Kurs gewechselt und bis zu sieben Stunden nach seinem Verschwinden aus der zivilen Luftraumüberwachung automatische Signale an einen Satelliten gesendet hatte, bis es anscheinend im südlichen Indischen Ozean geendet sei.
Das Flugzeug wurde offenbar gezielt vom Kurs abgebracht und die Kommunikationssysteme ausgeschaltet. Trotz der teuersten Suchaktion in der Geschichte der Luftfahrt wurden bisher weder der Flugschreiber noch Trümmerteile gefunden.



