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Arbeitslosigkeit in D: Die Täuschung

Die offizielle Arbeitslosenquote ist nichts anderes als ein Lüge, weil die Bundesagentur für Arbeit  darüber entscheidet, wie “Arbeitslosigkeit” definiert wird. Viele Teilbereiche der arbeitslosen Bevölkerung rechnet die Agentur einfach raus und die Quote schön. Tatsächlich aber beträgt Arbeitslosenquote in Deutschland fast 10%.

 

Von Claudio Kummerfeld

Vor Kurzem hatten wir mit den offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit nachgewiesen, dass die Arbeitslosenquote statt bei 6,5 in Wirklichkeit bei 8,32% liegt. Heute analysieren wir die ganze Tiefe der tatsächlichen Arbeitslosigkeit in Deutschland – die Täuschung hinter der Täuschung…

Für Arbeitslosigkeit zuständig Vorstand der BA
Arbeitslosigkeit ist ihr Geschäft: Der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit
Foto: Bundesagentur für Arbeit

Arbeitslosigkeit + “nahe dran”

Unter dieser “Rubrik” möchten wir nochmal kurz die Berechnung zeigen, die wir in unserem letzten Artikel vom 30.04.2015 dargelegt hatten. Statt 2,8 Millionen Arbeitslosen sind es in Wirklichkeit 3,6 Millionen, und damit statt 6,5 tatsächlich 8,32% Arbeitslosenquote. Hier mit eingerechnet sind Arbeitslose, die laut Bundesagentur “nahe dran” sind an richtiger Arbeitslosigkeit, die aber in der Tat alle richtig arbeitslos sind wie z.B. kranke Hartz 4-Bezieher, oder Hartz 4-Bezieher, die in Maßnahmen “untergebracht” sind, oder Arbeitslose, die einfach nur zwischen 58-65 Jahre und damit “zu alt” sind. Hierzu die Bundesagentur für Arbeit im Zitat ” Außerdem gelten nach § 16 Abs. 2 SGB III Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik als nicht arbeitslos.” Die Agentur nennt das nicht “Arbeitslosigkeit”, sondern wie man hier sehen kann “Unterbeschäftigung“.

 

Arbeitslosigkeit sowie nahe dran...
Grafik: Bundesagentur für Arbeit / finanzmarktwelt.de

 

Berechnung der Arbeitslosigkeit

Wir sind aber noch weiter in die Niederungen des Zahlenmaterials eingetaucht. In einem Punkt sehen wir es identisch wie die Bundesagentur für Arbeit. Sie sagt Zitat:

“Beschäftigte Personen, die mindestens 15 Stunden in der Woche arbeiten, aber wegen zu geringem Einkommen bedürftig nach dem SGB II sind und deshalb Arbeitslosengeld II erhalten, werden nicht als arbeitslos gezählt, weil das Kriterium der Beschäftigungslosigkeit nicht erfüllt ist.”

Die nun folgende Grafik bedarf der Erläuterung. 6,1 Mio Menschen beziehen insg. Hartz 4, darunter auch Kinder (nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte). So verbleiben 4,4 Mio Hartz 4-Empfänger. Von diesen 4,4 Mio Hartz 4-Empfängern, die arbeiten könnten (über 18 Jahre), werden nur 1,9 Mio Personen der Arbeitslosigkeit “zugerechnet”. Das heißt 1,9 Mio Hartz 4-Empfänger + 0,8 Mio “normale” Arbeitslose (dämliche Zweiklassengesellschaft) ergeben zusammen die offizielle Zahl von 2,8 Mio Arbeitslosen (6,5% Quote). Sie blicken hoffentlich noch durch?

Arbeitslosigkeit Gesamtübersicht Grundsicherung
Grafik: Bundesagentur für Arbeit

 

Zieht man von den 4,4 Mio “erwerbsfähigen Leistungsberechtigten” (Hartz 4) die 1,9 Mio ab, die in die offizielle Arbeitslosenquote bereits einfließen, verbleiben 2,5 Mio Personen, die arbeiten könnten, aber nicht mit gezählt werden. Darunter fallen die von uns weiter oben bereits beschriebenen ca. 800.000 Menschen, die in Maßnahmen versteckt werden, die kurz mal krank sind und daher als nicht arbeitslos gelten sowie Menschen über 58, die arbeiten könnten, aber einfach weggelassen werden. Verbleiben noch 1,7 Mio Personen, die arbeiten könnten, aber nicht der “Arbeitslosigkeit” zugerechnet werden.

 

Arbeitslosigkeit ohne Arbeitslose ?!?

Diese 1,7 Mio Personen sind in der unten gezeigten Grafik enthalten, über dem grauen Strich. Hier wird es langsam zur persönlichen Ansichtssache des Betrachters, welche Personengruppen man in die “Arbeitslosigkeit” mit einrechnet, um zu schauen, wie viele Menschen in Deutschland denn nun wirklich keine Arbeit haben. Es ist wirklich schwieriger, als man zuerst denkt. Hierin sind z.B. Menschen enthalten, denen “Arbeit nicht zumutbar war”, weil sie z.B. Angehörige pflegen, oder Menschen die arbeitsunfähig sind. Aber auch gibt es die Teilrubrik “Unbekannt” und Studenten. 16% der “erwerbsfähigen” Leistungsberechtigen sind “Aufstocker”, also arbeiten mind. 15 Stunden pro Woche. Entscheiden Sie selbst, was als Arbeitslos gezählt werden sollte oder nicht.

 

Ansichtssache

Je nach Betrachtungsweise möchten wir sagen, dass man aus diesem Zahlenwerk bei vorsichtiger Betrachtungsweise (grob geschätzt) ca. 600.000 Personen heranziehen kann, die man zur Berechnung der tatsächlichen Arbeitslosigkeit hinzuzählen kann, also 3,6 (wir runden jetzt nur noch grob) + 0,6 Mio = 4,2 Mio Arbeitslose, ergibt eine Arbeitslosenquote von 9,76%.

Rechnet man nicht so vorsichtig, sondern bezieht auch andere Teile der Grafik mit ein (Aufstocker etc), so sollte man ca. 1,7 Mio Menschen zu den 3,6 Mio dazu addieren = 5,3 Mio Arbeitslose = 12,3% Arbeitslosenquote in Deutschland.

Aber wir möchten betonen: Aufstocker, die also z.B. 15, 20 oder 30 Std. im Monat arbeiten, können zwar von ihrer Arbeit nicht leben, aber sie gehen einer Arbeit nach, sind daher nach unserer Meinung nicht arbeitslos. Nur das mal als Beispiel. Wir ziehen es also vor die vorsichtigere Herangehensweise zu verwenden und von einer realen Arbeitslosenquote von 9,76% zu sprechen.

 

Arbeitslosigkeit ohne Arbeitlose
Mit dieser Grafik hinkt die Bundesagentur für Arbeit immer mehrere Monate hinterher, daher verschwimmen die exakten Zahlen ein wenig, aber im Großen und Ganzen kommt es immer noch hin.

Kommentar zu Anmerkungen

Wir haben zu unseren vorigen Artikeln zum Thema Arbeitslosigkeit dankerswerterweise viele EMails und Kommentare erhalten. Wir möchten hier kurz erläutern, warum wir einige Teilaspekte nicht mit in unsere Berechnungen einfließen lassen.

 

Ja, es wird wohl eine beträchtliche Zahl von Menschen geben, vor allem Rentner, Geringverdiener und Scheinselbständige, die Anspruch auf Hartz 4 hätten als sogenannte “Aufstocker”, die aber aus reiner Scham kein Hartz 4 beantragen. Laut einer Studie des “Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung” (Tochter der Bundesagentur für Arbeit) aus 2013 sind das 3 – 5 Millionen Menschen in Deutschland. Das ist mehr aus bedauerlich und eine menschliche Tragödie. Aber wir meinen wenn es um die Betrachtung geht, wie viele Menschen in Deutschland tatsächlich von vollständiger Arbeitslosigkeit betroffen sind, kann man diese Menschen nicht mitzählen, denn entweder haben sie Arbeit (wenn auch schlecht bezahlt), oder sie sind Rentner, und fallen nicht mehr rein in die Personengruppe, die zur “Verfügungsmasse” der arbeitenden Bevölkerung zählt, da sie ja in Rente sind.

 

Auch erhielten wir vor Längerem einen Hinweis, dass in den Statistiken Personen fehlen, die arbeitslos sind, aber keine Transferleistungen erhalten, weil der Ehepartner zu viel verdient. Nach unserem Kenntnisstand sind diese Personen in der offiziellen Arbeitslosenstatistik enthalten, aber eben nicht in der Hartz 4-Statistik, weil sie ja kein Hartz 4 beziehen. Wenn Sie andere Informationen haben, teilen Sie uns diese bitte mit, damit wir hier weiter recherchieren können.

 

Fazit

Oft liegt es im Auge des Betrachters, was per Definition jetzt tatsächlich “Arbeitslosigkeit” ist und was nicht. Wir haben aber viele nach unserer Meinung eindeutige Teilbereiche, die die Bundesagentur für Arbeit weglässt, in die Arbeitslosenquote mit eingerechnet. Die tatsächliche Arbeitslosenquote, rechnet man auch noch so zurückhaltend, liegt bei mind. 8,32%, realistischer ist aber wohl eher 9,76%.
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