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Erst Bargeldverbot, dann Goldverbot?

Die Abschaffung des Bargelds ermöglicht den ausweglosen staatlichen Zugriff auf jedes Konto, ob per "Guthabensteuer", Strafzins oder Sonderabgabe. Gleichzeitig ist so gut wie sicher, dass der Staat dann auch den privaten Edelmetallbesitz einschränken oder verbieten wird. - Außer Silber?

 

Von Axel Retz

Die Regierungen der größten westlichen Volkswirtschaften stehen finanziell fast alle mit dem Rücken zur Wand. Staatsfinanzierung durch die Notenpresse, egal wie sie auch genannt wird, ist heute zum Standard geworden. Dennoch reicht es vorne und hinten nicht. Mit der Einführung des Null- bzw. faktischen Negativzinses für Staatsanleihen hat man sich zwar etwas Luft verschaffen können, aber von einer Lösung der Schuldenkrise sind wir heute weiter entfernt denn je.


Die Idee des IWF, auf jedes noch so kleine Sparguthaben in der Eurozone eine allgemeine "Schuldensteuer" in Höhe von zehn Prozent zu erheben, ist erst einmal wieder in der Schublade verschwunden. In Europa zumindest. Die Vorreiterrolle in diesem Treiben übernimmt nun Australien, das dem Vernehmen nach ab Ende dieses Jahres eine sgn. "Sparbuchsteuer" einführen will. Aus der schleichenden Enteignung der Bürger über Null- und Negativzins wird damit ein ganz offizieller Diebstahl.


Nun werden Sie denken, dann lagere ich mein Bares eben nicht mehr auf der Bank, sondern wohlverpackt links neben dem Rosenbeet oder im Keller. Ja, noch geht das. Aber auch hier macht Not erfinderisch. Denn mit der Abschaffung des Bargeldes, die von immer mehr Staaten angepeilt wird, wird es für den Bürger keinen Weg mehr geben, Strafzinsen oder der Besteuerung seines Geldvermögens zu entkommen. Schweden hat das Bargeldverbot bereits weitgehend ungesetzt, in Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland und Zypern gelten für Bargeld-Käufe Obergrenzen, die meist zwischen 1.000 und 3.000 Euro liegen. Um das entstehende Puzzle zu komplettieren, hier das Neuester aus dem Nachbarland Österreich: Vermutlich schon zum 15. Juli wird dort die staatliche Einlagensicherung für Sparguthaben (derzeit geltend bis zu 100.000 Euro) abgeschafft.


Die Abschaffung des Bargelds ermöglicht den ausweglosen staatlichen Zugriff auf jedes Konto, ob per "Guthabensteuer", Strafzins oder Sonderabgabe. Und die Abschaffung der Einlagensicherung wälzt die Insolvenzrisiken von Banken auf die Finanzindustrie bzw. die Bürger ab. Setzt sich dieses Szenario flächendeckend durch, ist es so gut wie sicher, dass der Staat auch den privaten Edelmetallbesitz einschränken oder verbieten wird. Lassen Sie mich dazu ein Zitat bemühen:


"Wenn z. B. jedermann für sich entschiede, all seine Bankguthaben in Silber, Kupfer oder ein anderes Gut zu tauschen und sich danach weigern würde, Schecks als Zahlung für Güter zu akzeptieren, würden Bankguthaben ihre Kaufkraft verlieren und Regierungsschulden würden keinen Anspruch auf Güter mehr darstellen. Die Finanzpolitik eines Wohlfahrtsstaates macht es erforderlich, dass es für Vermögensbesitzer keine Möglichkeit gibt, sich zu schützen." Quelle: Alan Greenspan, Gold and Economic Freedom, erschienen 1966 in "The Objectivist".

Natürlich ist nicht auszuschließen, dass sich ein staatliches Verbot privaten Goldbesitzes, für das es ja genügend historische Beispiele gibt, auch auf Silber ausweitet. Aber so schnell ist damit nicht zu rechnen.

 

Wie es aussieht, werden Australien und Österreich nun neue Testballons aufsteigen lassen, um die Resonanz der Bürger auf Sparbuchsteuer und Abschaffung der staatlichen Einlagensicherung auszutesten. Regt sich kein allzu großer Widerstand, gebe ich Ihnen Brief und Siegel darauf, dass Sie sich auch bald mit diesen Themen beschäftigen dürfen.

www.private-profits.de

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