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GR: Jetzt wird´s ernst - Parallelwährung?

Das Drama um Griechenland geht in die entscheidende Phase: heute auf dem Eurogruppen-Treffen könnte sich bereits der weitere Weg für Hellas entscheiden. Dass alle Beteiligten ein m...

Von Markus Fugmann

Das Drama um Griechenland geht in die entscheidende Phase: heute auf dem Eurogruppen-Treffen könnte sich bereits der weitere Weg für Hellas entscheiden. Dass alle Beteiligten ein mögliches Scheitern der Verhandlungen einkalkulieren (entgegen bisheriger Verlautbarungen), zeigen zwei Presseberichte.

Da ist zunächst die Meldung des Handelsblatts, wonach sich Tsipras und Varoufakis bei einem Treffen Ende April mit dem ehemaligen Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, über die Einführung einer Parallelwährung informiert haben.

Thomas Mayer plädiert auch in der Eurozone für die Einführung einer Parallelwährung, wie er es unter anderem in einem Interview mit finanzmarktwelt.de formuliert hat:

“Ich könnte mir vorstellen, dass parallel zum Euro auch andere Währungen in der EWU umlaufen (..). Ein bisschen Konkurrenz wäre also ganz gut, um die Abenteuerlust der Zentralbanker zu begrenzen”.

Dass die Verhandlungen mit Griechenland scheitern und es daher einen bisher geleugneten “Plan B” braucht, berichtet heute auch die “Welt”. Demnach gebe es vier Szenarien:

1. Griechenland legt heute Reformvorschläge vor, denen die Gläubiger zustimmen können. Das gilt jedoch eher als unwahrscheinlich.

2. Szenario zwei geht davon aus, dass Griechenland zustimmungsfähige Vorschläge präsentiert, jedoch seine finanziellen Mittel überschätzt. Über die Erlaubnis, weitere T-Bills auszugeben, würden dann die Gläubiger Griechenland erst einmal über Wasser halten.

3. Szenario drei geht von weiter nicht ausreichenden Reformvorschlägen aus. Hellas könnte dann seine Kredite nicht mehr bedienen und müßte Kapitalverkehrskontrollen einführen, ein vossltändiges Scheitern könnte noch verhindert werden, wenn Athen sich dann kooperationswillig zeigt.

4. Szenario vier geht von einem kompletten Scheitern aus, Greichenland würde staatlichen Schuldscheine, sogenannten IOUs, einführen. Der Weg in die Pleite wäre dann vorgezeichnet.

Es ist also von entscheidender Bedeutung, wie Griechenland heute auftritt. Dieser Tag könnte als Wegweiser in die griechische Geschichte eingehen!

 

Commerzbank und Deutsche Bank: Griechen-Poker geht weiter

Ein Grexit würde die Banken kurzfristig belasten. Allerdings haben Deutsche Bank, Commerzbank und Co ihr Exposure in Griechenland schon längst auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag reduziert. Das ist also nicht das Problem, sondern die Angst vor weiteren Austritten aus der Eurozone, etwa von Italien oder Frankreich.

 

The post Jetzt wird´s ernst: Institutionen planen worst case, Griechenland informiert sich über Parallelwährung appeared first on finanzmarktwelt.de.

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