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Schäuble gegen Bargeldverbot

Schäuble spricht sich gegen Abschaffung von Bargeld aus. "Wir wollen ja ganz generell nicht in allen Punkten unseres Lebens in jeder Weise kontrollierbar sein, wir haben es ja sonst auch mit Datenschutz und mit dem Recht auf Privatheit".

 

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat sich gegen eine Abschaffung des Bargeldes ausgesprochen. Er fürchtet eine Einschränkung von Freiheit und Privatheit, wenn alle nur noch bargeldlos zahlen: "Wir wollen ja ganz generell nicht in allen Punkten unseres Lebens in jeder Weise kontrollierbar sein, wir haben es ja sonst auch mit Datenschutz und mit dem Recht auf Privatheit", sagte Schäuble im Interview mit dem "Deutschlandfunk".

Wenn man ein paar Euro in der Geldbörse habe, dann müsse das nicht kontrolliert und erfasst werden. "Der Verkehr zwischen den Banken, der wird ja kontrolliert durch die Notenbanken, durch die Bankenaufseher und so weiter."

Aus der Tatsache, dass ein Großteil des Geldkreislaufes bereits bargeldlos vollzogen werde, "könnte man ableiten, dass man das stärker kontrolliere könnte, dass man bestimmte Formen von kriminellem Missbrauch von zu viel Bargeld unterbinden könnte und im Übrigen hätte man eine bessere Steuerung der Möglichkeiten der Geldpolitik", so der Finanzminister. Aber: "Eine völlige Abschaffung des Bargeldes, so lange die Menschen auch Geld anfassen wollen, das, finde ich, sollten wir wirklich nicht machen."

Zuvor hatte unter anderem der ehemalige Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, Ken Rogoff, eine Abschaffung des Bargelds gefordert. Zur Begründung hatte Rogoff in einem Interview mit dem "Handelsblatt" angeführt, die Anonymität von Bargeld werde gerne für illegale Transaktionen genutzt oder um Steuern zu hinterziehen, daneben gebe es aber auch geldpolitische Erwägungen: "Wenn die Geldhalter auf zinsloses Bargeld ausweichen können, dann kann die Zentralbank den Leitzins nicht allzu weit unter Null senken, selbst wenn das sinnvoll wäre, um eine lahmende Wirtschaft wieder in Gang zu bringen."

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