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Millionen Tote durch multiresistente Keime

Studie warnt vor Millionen Toten durch multiresistente Keime. In der Untersuchung warnen die Autoren, dass sich die Zahl der Toten von jetzt weltweit  etwa 700.000 pro Jahr ohne Gegenmaßnahmen bis 2050 auf zehn Millionen erhöhen wird.

 

Ohne eine scharfes Umsteuern beim Einsatz von Antibiotika bei Mensch und Tier wird sich die Zahl der Toten durch multiresistente Keime drastisch erhöhen. Davor warnt eine Studie der Berliner Charite im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion. Sie liegt der „Berliner Zeitung“ (Dienstagausgabe) vorab vor. In der Untersuchung warnen die Autoren, dass sich die Zahl der Toten von jetzt weltweit  etwa 700.000 pro Jahr ohne Gegenmaßnahmen bis 2050 auf zehn Millionen erhöhen wird. Für Europa wird ein Anstieg von jetzt 23.000 auf 400.000 Tote prognostiziert.  Damit würden dann  mehr Menschen an multiresistenten Keimen sterben als an Krebs.  „Die weltweite Zunahme von Antibiotika-resistenten Keimen gehört zu den größten Gefahren für die menschliche Gesundheit“, heißt es in der Studie.

Nach der Analyse bekommt in Deutschland jährlich rund ein Drittel aller Krankenversicherten  ein Antibiotikum. Die Autoren gehen davon aus, dass 30 Prozent aller Antibiotika in der Humanmedizin nicht notwendig sind. Als höchst problematisch beschreibt die Studie den Einsatz von Antibiotika bei Tieren in Deutschland. Im Jahr 2013 wurden 1 452 Tonnen Antibiotika in der Tiermast eingesetzt. Deutschland zählt damit zu den acht  Ländern Europas, in denen in der Tierzucht mehr Antibiotika eingesetzt werden als im Humanbereich.

Die Studie fordert, den Einsatz von Antibiotika bei Mensch und Tier stets gemeinsam zu betrachten und ihn in beiden Bereichen massiv zu senken. Angeregt wird beispielsweise das Verbot bestimmter Antibiotika im Tierbereich, die bei Infektionen beim Menschen unbedingt gebraucht werden. Gefordert wird zudem mehr Personal in den Kliniken.  Für den Tierbereich schlägt die Studie ein Verbot von Rabatten durch die Pharmafirmen und eine staatliche Preisregulierung vor.  Damit soll der Preisverfall von Antibiotika gestoppt und  die massenhafte Anwendung erschwert werden.

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