Unternehmer-Verbandschef Goebel: „Mindestlohn-Gesetz ist ein Bürokratiemonster“
Fast ein Jahr nachdem der Mindestlohn vom Bundestag beschlossen wurde, kommt harsche Kritik vom Mittelstand. Der Verband „Die Familienunternehmer“ fordert im aktuellen Focus eine Herabsetzung der Einkommensgrenze, wenn es um die detaillierte Auflistung von Arbeitsstunden geht.
„In zahlreichen Branchen müssen Arbeitgeber derzeit für alle Mitarbeiter, die bis zu 2.958 Euro monatlich verdienen, seitenweise Arbeitsstunden dokumentieren. Das ist vom Betrag her das Doppelte, was normalerweise ein Angestellter mit Mindestlohn verdient und somit ein Irrsinn“, sagte der Verbandspräsident Lutz Goebel im Focus-Interview. Goebel schlägt daher eine abgesenkte Verdiensthöhe von höchstens 1.900 Euro im Monat vor, inklusive geleisteter Überstunden. „Das Gesetz ist ein riesiges Bürokratiemonster“, so Goebel weiter. Arbeitgebern wie Arbeitnehmern müsse es möglich sein, auferlegte Arbeitszeitkonten selbständig flexibel zu führen.
„Es ist ein haltloser Zustand, wenn Frau Nahles Unternehmen durch das Mindestlohngesetz vorschreibt, wie oft ein Mitarbeiter Überstunden machen darf und wann sie diese auszugleichen hätten“, sagte Goebel im Focus. Diese Gängelung müsse aufhören.
Das Mindestlohngesetz wurde zum 1. Januar von Arbeitsministerin Andrea Nahles, SPD, eingeführt und ist bei mehreren Unternehmer-Verbänden umstritten.



